Die Türkei wird weiterhin russisches Gas nach Ungarn liefern – trotz der von der EU beschlossenen Sanktionen gegen Moskau. Das verkündete Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán nach einem Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Istanbul. Damit stellt sich Ankara faktisch gegen das angestrebte Energie-Embargo der Europäischen Union.
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Orbán erklärte, man habe mit Erdogan eine Garantie für weitere Gaslieferungen über die Turkstream-Pipeline vereinbart. Bereits 7,5 Milliarden Kubikmeter russisches Gas seien 2025 über diese Route nach Ungarn gelangt. Die Leitung verläuft vom russischen Festland durch das Schwarze Meer in die Türkei und weiter über Bulgarien und Serbien nach Ungarn.
Ab dem 1. November 2027 sollen keine russischen Pipelinegas-Importe mehr in die EU erlaubt sein. Ausnahmen gibt es lediglich für Binnenstaaten mit kurzfristigen Verträgen. Auch Ölimporte sollen bis dahin schrittweise auslaufen. Ungarn kündigte bereits juristische Schritte gegen das Vorhaben an.