Im ersten Halbjahr 2025 hat die EU Flüssigerdgas (LNG) aus Russland im Wert von rund 4,48 Milliarden Euro importiert – ein Anstieg von 29 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das geht aus aktuellen Daten der EU-Statistikbehörde Eurostat hervor, über die das Portal Investrends.ch berichtet. Damit bleibt Russland trotz politischer Spannungen und Wirtschafts-Sanktionen ein bedeutender Energielieferant der Union.
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Insgesamt bezog die EU im selben Zeitraum LNG im Wert von 26,9 Milliarden Euro. Der grösste Teil kam mit rund 13,7 Milliarden Euro aus den USA. Schon 2024 machten russische Gaslieferungen laut EU-Kommission etwa 19 Prozent aller Gasimporte aus – trotz des Krieges in der Ukraine.
Ein Embargo für russisches Gas gibt es bisher nicht. Aufgrund bestehender Abhängigkeiten hat die EU bislang nur Öl und Kohle sanktioniert. Gas fliesst weiterhin – teils als LNG, teils über die Pipeline Turkstream.
Nun plant die Kommission eine Wende: Ab 2028 soll russisches Gas grundsätzlich verboten sein. Für kurzfristige Verträge könnte das bereits ab Mitte 2026 gelten. Ausnahmen sind nur bei akuter Gefährdung der Versorgungssicherheit vorgesehen. Ob der Plan umgesetzt wird, hängt von der Zustimmung von 15 der 27 Mitgliedsstaaten ab, die mindestens 65 Prozent der EU-Bevölkerung ausmachen.