«Öffnet die verdammte Strasse, ihr Bastarde!» Das war Donald Trumps Bedingung für einen Marschhalt im Krieg.
Doch auch nach dem mit dem Iran vereinbarten Waffenstillstand kam die Schifffahrt in Hormus nicht in Fahrt. Bloss eine Handvoll Tanker passierten am Mittwoch die Meerenge. Vor dem Krieg waren es über 130.
Spricht man von Hormus, denken alle an Öl. Doch die Meerenge ist Nadelöhr für allerlei begehrte Produkte: Bis zu 40 Prozent des weltweiten Konsums an Düngemitteln oder Raffinerieprodukte wie Diesel und Kerosin passieren die Meerenge vor dem Iran.
Sputnik
Und vor allem Flüssigerdgas (LNG). Erdgas hat sich zu einem immer wichtigeren Brennstoff entwickelt, da es sauberer ist als Öl. Es findet in ganz Europa und Asien zunehmend Verbreitung.
Das Zentrum der weltweiten LNG-Industrie ist Katar. Es bestreitet 20 Prozent der weltweiten LNG-Produktion.
Doch selbst wenn die Strasse wieder normal befahrbar sein wird, bleibt die Welt mit Einbussen an Erdgas konfrontiert.
Katars grösste Anlage wurde durch iranische Angriffe beschädigt. Nach Angaben katarischer Behörden wird es mehrere Jahre dauern, bis sie vollständig repariert ist.
Dies bedeutet, dass Moskau als grosser Profiteur in die Bresche springen könnte, wie David Ignatius, Kolumnist der Washington Post, ausführt.
Für die Europäer, die begonnen haben, sich vom russischen Gas unabhängig zu machen, könne dies bedeuten, dass sie sich gezwungen sehen, wieder an Putins Ressourcen anzudocken.
Oder sich noch stärker an US-Flüssigerdgas binden müssen.