Die Schweizer Wirtschaft ist im ersten Quartal 2025 überraschend stark gewachsen. Das reale Bruttoinlandprodukt (BIP) legte laut dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) gegenüber dem Vorquartal um 0,8 Prozent zu – ein Zehntelpunkt mehr als in der ersten Schätzung angegeben, wie die Schweizer Nachrichtenagentur SDA meldet. Schon damals sprach das Seco von einem «überdurchschnittlichen» Wert.
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Unsicher bleibt, ob der Anstieg nachhaltig ist. Ökonomen vermuten, dass Export-Vorzieheffekte durch drohende neue Zölle unter US-Präsident Donald Trump den Boom begünstigt haben könnten. Schweizer Unternehmen könnten gezielt das noch zollfreundlichere Umfeld im ersten Quartal genutzt haben.
Besonders stark expandierte die chemisch-pharmazeutische Industrie. Auch der Dienstleistungssektor zeigte breit abgestützten Zuwachs. Zudem trug die Binnennachfrage positiv zur Konjunktur bei. Das veröffentlichte Wachstum ist sporteventbereinigt – Grossanlässe wie Olympische Spiele oder Fussballturniere verfälschen regelmässig die Zahlen aufgrund hoher Lizenzeinnahmen an ansässige Sportverbände. Ohne diese Bereinigung lag das Wachstum bei 0,5 Prozent.
Für das gesamte Jahr 2024 wurde das Wachstum leicht nach oben revidiert. Bereinigt lag es bei 1,0 Prozent – nach zuvor geschätzten 0,9 Prozent – aber weiterhin unter dem Niveau von 2023 (1,2 Prozent).