US-Präsident Donald Trump setzt in Washington die Nationalgarde ein und stellt die örtliche Polizei unter Bundeskontrolle. Ziel sei es, Kriminalität und Obdachlosigkeit in der Hauptstadt zurückzudrängen. «Heute ist der Tag der Befreiung in D. C. – und wir werden unsere Hauptstadt zurückerobern», erklärte Trump vor Journalisten. Die Mordrate sei inzwischen höher als in Bogotá, Kolumbien.
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Laut Trump hat sich die Zahl der Autodiebstähle in den letzten fünf Jahren verdoppelt, die Zahl der Auto-Raubüberfälle sogar verdreifacht. «Washington D. C. sollte eine der sichersten, saubersten und schönsten Städte der Welt sein. Das war sie vor Jahren», sagte er. Die Massnahmen in der 700.000-Einwohner-Stadt seien nur ein Anfang, weitere Städte könnten folgen.
Das Weisse Haus präsentierte Kriminalitätsstatistiken aus den Jahren 2019 bis 2024, wonach die Mordrate in Washington deutlich über der von Städten wie Mexiko-Stadt oder Bagdad liegt. Allerdings zeigen Zahlen der Polizei des District of Columbia, dass Gewaltverbrechen bis Anfang August dieses Jahres um rund 25 Prozent und die Gesamtzahl aller Delikte um 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken sind. Die Staatsanwaltschaft sprach von den niedrigsten Gewaltverbrechenszahlen seit dreissig Jahren.
Trump hatte bereits im Juni rund 4000 Soldaten der Nationalgarde und 700 Marineinfanteristen nach Los Angeles entsandt, um Proteste gegen die Einwanderungsbehörde ICE zu unterbinden. Die Rechtmässigkeit dieses Einsatzes wird derzeit vor Gericht geprüft.