Trump macht Ernst: Wie der US-Präsident Amerikas Ausgabenwucher bekämpft
Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Abonnemente
Jedes Abo eine Liebeserklärung an die Meinungsvielfalt.
AboDigital
Für alle, die Online lesen wollen
Alle Artikel online lesen
E-Paper inklusive
App (iOS & Android)
AboPrint & Digital
Printausgabe & digital jederzeit dabei
Wöchentliche Printausgabe
Alle Artikel online lesen
E-Paper inklusive
App (iOS & Android)
Sind Sie noch nicht überzeugt? Details zu den Abos
Die Weltwoche

Trump macht Ernst: Wie der US-Präsident Amerikas Ausgabenwucher bekämpft

Die US-Regierung von Donald Trump macht mit der Eindämmung des wuchernden Staates und der Budgetdefizite ernst. Erste Indikationen für das Budget 2026 wurden am 2. Mai veröffentlicht und bestätigen, dass der Präsident in seiner zweiten Amtszeit einen finanzpolitisch weit restriktiveren Kurs plant als in seiner ersten Legislatur.

Copyright 2025 The Associated Press. All rights reserved.
President Donald Trump gestures after giving a commencement address at the University of Alabama, Thursday, May 1, 2025, in Tuscaloosa, Ala
Copyright 2025 The Associated Press. All rights reserved.

Wie in den meisten Ländern wird das Budget auch in den USA in gesetzlich gebundene und in ungebundene Ausgaben aufgeteilt. Noch 2000 machten die ungebundenen Ausgaben der USA 34 Prozent der Ausgaben aus. Heute sind es nur noch 26 Prozent.

Zum Vergleich: In der Schweiz sind die gebundenen Ausgaben in den letzten zehn Jahren um rund zehn Pro-zentpunkte auf 65 Prozent angestiegen. Ungebundene Budgetpositionen sind jene Ausgaben, bei denen die Regierung beziehungsweise das Parlament ohne Gesetzesänderungen frei agieren kann. Dazu gehören auch die Militärausgaben.

Die gebundenen Ausgaben der USA sind in den letzten sechs Jahren um 45 Prozent angestiegen. Sie sind doppelt so schnell gewachsen wie die Inflation. Auch im US-Budget machen die Sozialausgaben den Löwenanteil aus. Daran will Trump vorderhand nichts Grundsätzliches ändern, aber er sieht einige Bereiche, wo der Nutzen für die Bevölkerung gering erscheint. So sollen im Gesundheitswesen die zu hohen Administrationskosten und die Forschungsausgaben im Sozialbereich um 18 Milliarden Dollar gekürzt werden.

Bei den ungebundenen Ausgaben, die sich 2025 noch auf 1613 Milliarden stellen sollen, sind Kürzungen von 163 Milliarden budgetiert. Biden plante noch 1929 Milliarden. Diesen Einsparungen stehen allerdings Mehrausgaben für die innere Sicherheit von 44 Milliarden gegenüber. Es geht vor allem um Personalaufstockungen im Bereich Immigration und Richter – wohl mit dem Ziel, die Ausschaffung von illegal Eingereisten zu beschleunigen.

Die Rüstungsausgaben sollen zwar unverändert 893 Milliarden betragen, aber in dieser Summe sind einmalige Sonderprogramme in Höhe von 150 Milliarden enthalten. Diese dienen vor allem der Modernisierung der Armee. Das Geld soll hauptsächlich für den Kriegsschiffsbau, die Munitionsbeschaffung, für die Streitkräfte im Pazifik und die Raketenabwehr eingesetzt werden. In Prozenten des BIP werden die Militärausgaben somit ein neues Tief von 3 Prozent, ähnlich wie zur Jahrtausendwende, erreichen.

Bei den übrigen ungebundenen Ausgaben sind Kürzungen beim Klimaschutz und die Schliessung einiger Institute wie die Corporation for Public Broadcasting, die Inter-American Foundation und das US Institute of Peace geplant. Mietzinszuschüsse sollen nur noch an Alte und Behinderte gewährt werden. Stipendien, die nicht der eigentlichen Bildung dienen, sollen gestrichen werden. Umschulungskurse sollen gestrafft und erfolglose Jobzentren geschlossen werden.

Die Trump-Zahlen erscheinen auf den ersten Blick nicht ambitiös. Vergleicht man sie jedoch mit dem letzten Finanzplan der Regierung Biden, dann sind die geplanten Sparmassnahmen gewaltig. Biden plante für 2026 noch ungebundene Ausgaben von 1927 Milliarden. Die von Trump vorgeschlagenen 1450 Milliarden bedeuten somit eine Kürzung um 477 Milliarden oder 25 Prozent. Und dies trotz Inflation!

Das Wachstum der gesetzlich gebundenen Ausgaben ist noch nicht publik. Aber man muss damit rechnen, dass diese ansteigen werden. Selbst wenn sie, wie von der Regierung Biden noch vorgesehen, 4479 Milliarden (plus 107 Milliarden) betragen werden und die Zinskosten um 48 Milliarden auf 1013 Milliarden ansteigen, bedeuten die von Trump angekündigten Budgetkürzungen 6,4 Prozent weniger Ausgaben.

Auch über die Einnahmenseite ist noch nichts bekannt, so dass Aussagen über das Budgetdefizit 2026 reine Spekulationen wären.

Dennoch erscheint der Sparkurs nötiger denn je, denn die Regierung Biden hatte in ihrem Zehnjahresplan bis 2034 Budgetdefizite von durchschnittlich 4,6 Prozent des BIP vorgesehen. Konkret hätten die Ausgaben zwischen 2025 und 2034 kumuliert um 87.600 Milliarden und die Einnahmen um 70.300 Milliarden zulegen sollen, woraus sich Defizite von 16.300 Milliarden ergeben hätten. Die Staatsschulden wären von 28.156 Milliarden im Fiskaljahr 2024 bis 2034 auf 45.000 Milliarden angestiegen. Die Zinslast hätte von 965 Milliarden im Jahr 2024 auf 1485 Milliarden zugenommen, wobei Biden von einem stetigen Zinsrückgang am Geldmarkt auf 2,7 Prozent, am Kapitalmarkt für zehnjährige Staatsanleihen auf 3,7 Prozent ausging.

Im Vergleich zur erwarteten durchschnittlichen Inflation von 2,3 Prozent wären die Ausgaben mit 4 Prozent pro Jahr und die Einnahmen mit 4,7 Prozent weit stärker angestiegen. Im Vergleich zum BIP wäre der Staatsanteil, gemessen an den Staatsausgaben, jedoch bei rund 24 Prozent konstant geblieben, da die Biden-Regierung ein nominelles Wirtschaftswachstum von rund 4,3 Prozent bis 2034 erwartet hatte.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 01.04.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.