Wann hören die Schweizer auf, Trump zu hassen? Im Moment bucht der US-Präsident jeden Tag neue Erfolge. Man kommt gar nicht mehr nach.
Unter seiner Obhut, obschon er wohl kaum etwas dafür getan hat, unterzeichnen die Staats- und Regierungschefs von Aserbaidschan und Armenien in einem jahrzehntelalten Konflikt einen Friedensvertrag. Am Freitag wird er in Alaska Putin treffen. Sowohl er wie der russische Präsident können es sich nicht leisten, den Gipfel ohne greifbare Ergebnisse zu beenden. Auch der ukrainische Staatschef Selenskyj wird irgendwie seine Zustimmung geben.
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Innenpolitisch: Heute, Montag, will er tausend Nationalgardisten in den Bundesdistrikt Washington, D. C., schicken, mit dem Auftrag, endlich mit dem durch Drogenhandel verursachten Chaos aufzuräumen. Seine Botschaft auf Truth Social: «There will be no more ‹Mr. Nice Guy›. We want our Capital BACK.» Ältere Semester bei uns erinnern sich an den Platzspitz in Zürich. Auch diesmal werden die Medien und Oppositionspolitiker Zeter und Mordio schreien, aber am Schluss sind alle froh, dass die Frauen wieder abends auf die Strasse können, ohne belästigt zu werden.
Was kommt als Nächstes? Keine Ahnung.
In den Staaten ist eigentlich bis zum Labor Day am ersten Septembersonntag politisch Ruhe. Die Abgeordneten sind in ihren Heimdistrikten, am Meer, in den Bergen.
Vizepräsident J. D. Vance macht Ferien in England und verbrüdert sich mit seinem christlichen Glaubensgenossen David Lammy, dunkelhäutiger Aussenminister in der Starmer-Regierung.
Und die Zölle? Die müssen auch warten, wahrscheinlich bis Anfang Oktober, wenn in Sachen Pharmaka Trump sein Machtwort sprechen wird. Wenn es Wichtiges zu entscheiden gibt, entscheidet der Präsident. Der Donald hat ein erstaunliches Gefühl für den «richtigen Moment». Er weiss, dass er mit Gaza nicht viel länger warten kann. Der von den Medien, der Uno und von den meisten Verbündeten der USA ausgehende Druck zur Ausrufung eines sofortigen Waffenstillstands ist enorm. Trump muss mit Netanjahu eine Formel finden, die die Welt – und sogar unser EDA – beruhigt.
Wetten, dass ihm auch das gelingt?