China ist wieder die Nummer eins unter Deutschlands Handelspartnern – nach eineinhalb Jahren an zweiter Stelle. Wie Reuters unter Berufung auf Zahlen des Statistischen Bundesamts berichtet, belief sich der Warenaustausch mit der Volksrepublik von Januar bis August 2025 auf 163,4 Milliarden Euro und überholte damit die USA, mit denen Waren im Wert von 162,8 Milliarden Euro gehandelt wurden. China hatte diese Spitzenposition bereits von 2016 bis 2023 inne, verlor sie aber im Zuge geopolitischer Spannungen vorübergehend an die Vereinigten Staaten.
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Die erneute Verschiebung fällt zeitlich mit der zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump zusammen. Neue Zölle und ein zunehmend abschottender Kurs erschweren den Verkauf deutscher Produkte in die Vereinigten Staaten. In diesem Jahr gingen die deutschen Exporte in die USA um 7,4 Prozent zurück – vor allem bei Autos, Maschinen und Chemie. Gleichzeitig haben sich die US-Importe nur leicht erhöht, sodass der gesamte Handel zwischen beiden Ländern stagniert.
Anders China: Zwar brachen auch die deutschen Exporte in die Volksrepublik um 13,5 Prozent ein – auf 54,7 Milliarden Euro –, doch die Importe stiegen massiv um 8,3 Prozent auf 108,8 Milliarden Euro. «China flutet den europäischen Markt mit preisaggressiven Produkten, oft aus staatlich subventionierter Überproduktion», warnt Dirk Jandura, Präsident des Aussenhandelsverbands BGA. Besonders betroffen seien Batterien, Maschinen und chemische Vorprodukte.
Jandura lehnt jedoch protektionistische Gegenmassnahmen wie höhere Zölle, Einfuhrverbote oder «Buy European»-Vorgaben ab. Sie seien «ein Reflex, keine Strategie». Stattdessen fordert er bessere Marktüberwachung, klare Standards und neue Freihandelsabkommen – etwa mit Indien, Indonesien oder den Mercosur-Staaten.