Je mehr vom amerikanischen Friedensplan für die Ukraine bekannt wird, desto mehr beschweren sich die Europäer. Der Plan sorge für «Irritationen in der EU», liest man. Aus Deutschland kommt Kritik von der Union und der SPD, also von einer Regierung, die – wie eine Ursula von der Leyen in Brüssel – sich noch nie ernsthaft um eine Beilegung des Konflikts bemüht hat.
Ausser Eskalations- und Kriegsrhetorik, ausser Waffenlieferungen nach Kiew, ausser Sanktionen und Gesprächsverweigerung gegenüber Moskau fällt diesen Europäern offenbar nichts ein.
Irritierend ist nicht, dass Amerika das Blutvergiessen beenden will, irritierend ist vielmehr, dass Europa selbst nichts zustande bringt. Ja nicht einmal den Versuch einer Lösung unternimmt.
Längst ist es notorisch: Während andere etwas unternehmen, auch mit dem Risiko des Scheiterns, versteift sich die EU, versteifen sich die tonangebenden Mitgliedstaaten auf ein Mäkeln und Motzen, das im Habitus an griesgrämige alte Tanten erinnert.
Das Mindeste, was sie Wolodymyr Selenskyj, ihrem Verbündeten in Kiew, jetzt beibringen sollten, ist, dass es höchste Zeit ist, zu verhandeln und den Krieg und das Töten zu beenden. Wenigstens sollten sie einem Frieden nicht im Wege stehen.