US-Präsident Donald Trump verfolgt im aktuellen Konflikt mit Teheran offenbar eine Strategie, deren Grundzüge er bereits vor fast vier Jahrzehnten skizziert hat. Eine Analyse der Financial Times legt die These nahe, dass seine heutige Aussenpolitik kein Produkt kurzfristiger Impulse ist, sondern auf tief verwurzelten Überzeugungen aus den 1980er Jahren basiert.
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Schon im Jahr 1987, als Trump erstmals öffentlich über eine Präsidentschaftskandidatur nachdachte, kritisierte er in Zeitungsanzeigen die damalige US-Führung für ihre Zurückhaltung in der Golfregion. Zur militärischen Abschreckung sagte er 1988: «Ein einziger Schuss auf einen unserer Männer oder eines unserer Schiffe – und ich würde Kharg Island angreifen. Ich würde hineingehen und es einnehmen.» Bereits damals stellte er die grundsätzliche Frage zur Machtprojektion: «Was ist der Zweck militärischer Stärke, wenn man sie nicht gelegentlich einsetzt, um die Dinge zu ordnen?»
Seine zentrale Forderung von damals – die Besetzung iranischer Ölfelder als Reaktion auf Provokationen – spiegelt sich in seiner heutigen Rhetorik und den aktuellen militärischen Ultimaten wider. Die Financial Times identifiziert dabei Kharg Island, Irans wichtigsten Öl-Exporthafen, als den strategischen Hebel, den Trump bereits 1988 als Ziel für einen «entscheidenden Schlag» markierte.
Die zentrale These der Analyse besagt, dass Trumps Handeln von der Überzeugung geleitet wird, dass ein massiver punktueller Einsatz von Gewalt ausreicht, um ein Regime zur Kapitulation zu zwingen. Ergänzt wird dies durch seine fundamentale Kritik an den Verbündeten der USA, von denen er erwartet, dass sie die Kosten für den Schutz globaler Handelswege künftig selbst tragen. Trump kritisierte bereits 1987 die damalige US-Politik mit den Worten: «Wir schützen Schiffe, die uns nicht gehören, transportieren Öl, das wir nicht brauchen, für Verbündete, die uns nicht helfen.» Besonders deutlich wird diese Kontinuität an den aktuellen Drohungen gegenüber der Nato, deren Mitglieder er jüngst als «Feiglinge» bezeichnete und damit drohte, ihr Verhalten bei der Kostenverteilung des Konflikts zu berücksichtigen.
Die Financial Times kommt zu dem Schluss, dass dieser Krieg für Trump nicht nur eine Auseinandersetzung mit Teheran ist, sondern ein Instrument dafür, die Bedingungen amerikanischer Machtprojektion und die Verpflichtungen globaler Partner grundlegend neu zu definieren. Trumps heutige Iran-Politik sei keine kurzfristige Entwicklung, sondern Ausdruck eines über Jahrzehnte stabilen strategischen Denkens.