Ein unter Sanktionen stehender Öltanker mit russischer Ladung ist vor der türkischen Schwarzmeerküste durch Drohnen beschädigt worden. Das bestätigte der türkische Verkehrsminister Abdulkadir Uraloglu im Fernsehen, der Maschinenraum des Schiffes sei getroffen worden.
Das Schiff «Altura», das unter der Flagge von Sierra Leone fährt und von einer türkischen Crew betrieben wird, wurde rund 22 Kilometer vor dem Bosporus nahe Istanbul getroffen. An Bord befanden sich etwa 140.000 Tonnen russisches Rohöl – rund eine Million Barrel –, geladen im russischen Hafen Noworossijsk. Alle 27 Besatzungsmitglieder blieben laut Behörden unverletzt.
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Der Tanker steht seit November 2025 auf der Sanktionsliste der EU, später folgten Sanktionen aus Grossbritannien, der Schweiz und der Ukraine. Eigentümer ist laut Sanktionsdatenbank ein türkisches Unternehmen, das das Schiff erst Mitte 2025 übernommen hat.
Eine offizielle Stellungnahme aus Kiew zum Angriff liegt nicht vor. Der Vorfall fügt sich jedoch in eine Serie gezielter Schläge gegen russische Energieinfrastruktur und Öllogistik. Seit Ende 2025 greift die Ukraine vermehrt auch Tanker an, die russisches Öl transportieren. Bereits Ende November wurden zwei Schiffe nahe dem Bosporus beschädigt, Anfang Dezember weitere Tanker vor der türkischen Küste und sogar vor Senegal getroffen.