Mit Humor gegen Verspätungen – das war der Plan. Doch die PR-Offensive der Deutschen Bahn mit TV-Star Anke Engelke gerät nun selbst ins Schlingern. Wie die Bild-Zeitung berichtet, kostete die Imagekampagne «Boah, Bahn» über sieben Millionen Euro – für eine Handvoll Werbefilmchen, die auf Youtube und Instagram ausgespielt wurden.
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Engelke, 60, mimte in der im Oktober veröffentlichten Miniserie die Zugchefin Tina und nahm sich mit ironischem Augenzwinkern typischer Bahnprobleme an – von defekten Kaffeemaschinen bis zum Chaos im Fahrplan. Zunächst wurde die Selbstironie wohlwollend aufgenommen. Nun aber sorgt die Enthüllung der PR-Kosten für Empörung im Bundestag und bei Bahnangestellten.
Laut Bild hatte die Bahn kurz vor Kampagnenstart die Familienreservierung (5,50 Euro für alle Plätze) gestrichen. Der Verdacht liegt nahe: Während man beim Service spart, wird beim Marketing geklotzt. Verkehrsministerium und Bahn versuchten offenbar, die Ausgaben unter Verschluss zu halten. Auf eine parlamentarische Anfrage hin wurde die Summe in der Geheimschutzstelle hinterlegt – offiziell, um wirtschaftliche Nachteile für die DB zu vermeiden.
Doch nun ist sie öffentlich: Über sieben Millionen Euro für sieben Kurzclips (1,5–3 Minuten) und einen «Bahnsong». Zum Vergleich: Für dieselbe Summe könnten laut SPD-Innenpolitiker Sebastian Fiedler «mindestens hundert Sicherheitskräfte ein Jahr lang bezahlt werden». Gerade nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter diese Woche wirkt das PR-Budget wie aus der Zeit gefallen.