Über hunderttausend Unterschriften: Weil «Queen of Rap» Nicki Minaj Trump unterstützt, soll sie ausgeschafft werden
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Über hunderttausend Unterschriften: Weil «Queen of Rap» Nicki Minaj Trump unterstützt, soll sie ausgeschafft werden

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Über hunderttausend Unterschriften: Weil «Queen of Rap» Nicki Minaj Trump unterstützt, soll sie ausgeschafft werden
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Nicki Minaj hat über 100 Millionen Alben verkauft. Sie ist eine der erfolgreichsten Musikerinnen der Welt und Kult. Ihr Spitzname: «Queen of Rap».

In Amerika, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten, soll sie nun ausgegrenzt werden. Wie ist das möglich?

Vor knapp zehn Jahren, Trump war soeben zum ersten Mal Präsident geworden, rappte Minaj in «Black Barbies»: «Island Girl, Donald Trump will, dass ich nach Hause gehe …» Minaj stammt ursprünglich aus Trinidad und Tobago. Mit fünf kam sie als illegale Migrantin nach New York. Sie befürchtete, Trump wolle sie deshalb ausschaffen. Was nicht geschah.

2017 Invision
FILE - In this Nov. 6, 2017 file photo, Nicki Minaj attends the 14th Annual CFDA Vogue Fashion Fund Gala in New York. Minaj says sheâÄ&#x2122
2017 Invision

Es klingt wie ein schlechter Witz, doch nun sind es Trump-Gegner, die Minaj deportieren wollen.

Am Sonntag, 21. Dezember, trat Minaj beim America Fest in Phoenix auf. Die jährlich stattfindende Veranstaltung wird von der Organisation Turning Point USA durchgeführt. Deren Gründer war Charlie Kirk, der Trump-nahe, religiöse Politaktivist, der am 10. September erschossen wurde. Hundert Tage nach dem Attentat interviewte nun Kirks Witwe Erika die gläubige Christin Nicki Minaj auf dem America-Fest-Podium.

Minaj drückte ihren «Respekt» sowie ihre «Bewunderung» für den «gutaussehenden, schneidigen» Präsidenten Trump aus und sagte, die Regierung sei «voller Menschen mit Herz und Seele». Unter anderem äusserte sie sich kritisch zur Trans-Bewegung, die auch Trump ein Dorn im Auge ist. Minaj: «Jungs, seid Jungs … Es ist okay. Seid Jungs. Es ist nichts Falsches daran, ein Junge zu sein (…) Jungs sind nun mal Jungs, und daran ist nichts auszusetzen.»

Gewissen Vertretern der sogenannten LGBTQ+-Bewegung (lesbisch, schwul, bisexuell, trans, intergeschlechtlich oder queer) passt das gar nicht. Auf der Website Change.org wurde eine Petition mit dem Titel «Deport Nicki Minaj back to Trinidad» lanciert. Change.org ist die nach eigenen Angaben weltweit grösste Kampagnenplattform mit Hunderten Millionen von Nutzern.

Die Ausschaffungs-Aufforderung wird damit begründet, dass Minaj einst die Stimme für die LGBTQ+-Community war, ihre Haltung nun aber geändert habe und «veraltete und schädliche Ansichten wie ‹Jungs sollten einfach Jungs sein›» vertrete. «Diese Aussagen sind nicht nur unsensibel, sie untergraben auch die Grundlagen einer Community, die sie für ihr Engagement und ihr Verständnis bewunderte», heisst es.

Und: «Unterzeichnen Sie diese Petition, um die Einwanderungsbehörden zu drängen, den Aufenthaltsstatus von Nicki Minaj in den Vereinigten Staaten zu überprüfen und als Reaktion auf ihre schädliche Rhetorik ihre Abschiebung nach Trinidad in Betracht zu ziehen. Lasst uns gemeinsam für eine inklusive und respektvolle Gemeinschaft eintreten, in der es keinen Platz für Ausgrenzung aufgrund veralteter Ideologien gibt.»

Auch das klingt wie ein schlechter Witz: Eine «inklusive und respektvolle Gemeinschaft, in der es keinen Platz für Ausgrenzung hat», schliesst jemanden mit abweichender Meinung aus, möchte ihn gar des Landes verweisen.

Die Petition wurde in den letzten Tagen von knapp 60.000 Leuten unterzeichnet. Auch andere Unterschriftensammlungen auf Change.org mit ähnlichem Inhalt sind erfolgreich: Insgesamt finden schon über 120.000 Personen, dass Nicki Minaj aus den USA ausgeschafft werden sollte.

Eine solche Meinung kann man haben. Doch die Doppelmoral in diesem Fall ist krass: «Sobald Petitionen zu Gewalt, Hass oder Hetze aufrufen oder auf andere Art und Weisen gegen die Richtlinien und Vorstellungen der Change.org-Community verstossen, werden diese entfernt», schreibt Wikipedia in der Beschreibung von Change.org

Mehr Hetze als ein Aufruf zur Deportation gibt es kaum. Bei Change.org scheint das niemanden zu stören.

Der Anti-Minaj-Kult reicht übrigens bis nach Zürich: In gewissen Schwulenklubs untersagt der Betreiber das Abspielen ihrer Songs.

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