Mit einem digitalen Überraschungscoup reagieren Gegner der AfD auf die Gründung von deren neuen Jugendorganisation «Generation Deutschland»: Innerhalb weniger Tage wurden über tausend Social-Media-Accounts mit Varianten dieses Namens besetzt – und das mit voller Absicht. Die Aktion soll verhindern, dass die AfD ihre Jugendmarke effektiv im Netz etablieren kann.
Die Gründungsveranstaltung der neuen AfD-Jugend fand am vergangenen Samstag in Giessen statt und wurde von massiven Protesten begleitet. Laut Polizei demonstrierten rund 25.000 Menschen in der Innenstadt. Doch der Widerstand beschränkt sich nicht auf die Strasse: Auf Plattformen wie Instagram, Tiktok und X wurde dazu aufgerufen, Benutzernamen mit Kombinationen wie «GenerationDeutschland.Berlin» oder «gen.de.nrw» zu registrieren. Ziel sei es, der AfD «alle möglichen Accounts wegzuschnappen», wie es in einem weit verbreiteten Instagram-Post heisst. Der erfolgreichste dieser Protest-Accounts, «generationdeutschlandoffiziell», zählt mittlerweile über 17.000 Follower und verbreitet Inhalte gegen Rechtsextremismus sowie zur AfD-Kritik.
Auch aus den eigenen Reihen der AfD wurde das Problem offenbar erkannt. Laut einem Bericht der Journalistin Ann-Kathrin Müller sagte ein Redner bei der Gründung, dass man mittlerweile «unmöglich» noch Accounts unter dem gewünschten Namen anlegen könne – sie seien bereits «von Antifas» belegt.
Die Aktion begann bereits im Oktober, als der Name der Jugendorganisation durchsickerte. In Kommentarspalten kursieren inzwischen weitere Vorschläge, welche Namen als Nächstes registriert werden sollen.