Rund 155 Stunden ist Aussenminister Ignazio Cassis im vergangenen Jahr mit dem Lufttransportdienst des Bundes (LTDB) geflogen. Damit ist der Tessiner Bundesrat einsame Spitze.
Viola Amherd, immerhin Bundespräsidentin 2024, kam auf knapp 142 Stunden, abgeschlagen auf Rang drei liegt Wirtschaftsminister Guy Parmelin mit 77 Stunden.
Im Vergleich zum Vorjahr, in dem Cassis bloss 119 Stunden unterwegs gewesen war, verbrachte der Aussenminister 2024 noch mehr Zeit auf Reisen. Dies zeigt die jüngste Statistik zur Auslastung der Bundesratsjets.
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Die Zunahme sei auf «mehr diplomatische Reisen in weiter entfernte Länder» zurückzuführen, sagt Mediensprecher Valentin Clivaz.
Besonders auffällig: Cassis nutzt den LTDB – zu dem unter anderem der Falcon 900 oder neu auch der mehr als 100 Millionen Franken schwere Bombardier Global 7500 zählt – vor allem auch im Inland. Schliesslich beträgt sein Nachhauseweg mehr als drei Stunden. So lange benötigt der EDA-Chef, wenn er von Bern mit dem Zug oder Auto in seine Tessiner Heimat reisen will.
Da greift Cassis lieber auf einen Bundesratsjet zurück oder zumindest einen ordentlichen Helikopter des LTDB, etwa den Superpuma. Knapp fünfzig Mal ist der EDA-Chef 2024 im Inland mit dem LTDB geflogen. «In der Schweiz reist Bundesrat Cassis in erster Linie mit dem Auto oder dem Zug», sagt jedoch Cassis Mediensprecher Valentin Clivaz.
Einen Bundesratsjet benutze der EDA-Chef bloss in «Ausnahmefällen». So etwa am 15. Januar 2024, wo in Zürich schliesslich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gewartet hatte, mit dem Cassis später am selben Tag weiter nach Belp flog. Oder in den knapp fünfzig anderen Fällen. Was für Cassis eine «Ausnahme» ist, ist für die Mitarbeiter des Flughafen Agno gelegentlich mit einer Nachtschicht verbunden.
Standesgemäss reist der EDA-Chef am Freitagabend nicht selten noch von Bern am späten Abend mit dem Flieger in seinen Heimatkanton. Die Flughafenmitarbeiter dürfen dann eine oder zwei Extrastunden drauflegen, wie die Weltwoche aus verlässlichen Quellen weiss. Kostenpunkt pro Stunde: mehrere Tausend Franken. Doch das spielt keine Rolle. Geld ist genug da in Bern.