Die Ukraine hat bei neuen Drohnenangriffen mehrere Anlagen der russischen Ölindustrie in Brand gesetzt. Gouverneur Gleb Nikitin erklärte auf Telegram, es seien 30 ukrainische Drohnenschläge abgewehrt worden, herabfallende Trümmer hätten jedoch Feuer in zwei Objekten des Ölkonzerns Lukoil ausgelöst.
Betroffen war insbesondere das Gebiet Nischni Nowgorod, wo neben Industrieanlagen auch Wohnhäuser und ein Heizkraftwerk beschädigt wurden. In der Folge kam es zu Stromausfällen, Verletzte wurden laut vorläufigen Angaben nicht gemeldet. Parallel dazu griff die Ukraine auch Ziele im Gebiet Leningrad an. Gouverneur Alexander Drosdenko sprach von einem «ungefährlichen Brand» an einer Ölleitung im Hafen Primorsk, nachdem 19 Drohnen abgewehrt worden seien. Das russische Verteidigungsministerium meldete insgesamt 87 abgeschossene Drohnen in der Nacht.
Exilenova/Telegram
Die ukrainische Seite bestätigte die Angriffe indirekt. Der Kommandeur der Drohnentruppen, Robert Browdi, erklärte auf Telegram: «Öl ist eine sündhafte Substanz». Ziel sei es, die wirtschaftliche Grundlage des Kremls zu treffen. Die Angriffe richten sich gezielt gegen Energieinfrastruktur, da Russland einen grossen Teil seiner Kriegskosten über Einnahmen aus Öl- und Gasexporten finanziert.
Die jüngsten Schläge fügen sich in eine Serie von Attacken auf russische Energieanlagen ein. Moskau reagierte zuletzt mit einem temporären Exportverbot für Benzin bis Ende Juli, um die Inlandspreise zu stabilisieren.