Kurz vor Beginn neuer Gespräche über ein mögliches Ende des Ukraine-Konflikts hat Moskau den Vorschlag einer internationalen Übergangsverwaltung für die Ukraine unter Führung der Vereinten Nationen erneuert. Wie der russische Vizeaussenminister Michail Galusin der staatlichen Nachrichtenagentur Tass erklärte, ist Russland bereit, mit den USA und der EU über eine externe Verwaltung des Landes zu beraten. Ziel dieses Vorstosses ist es offenbar, die aktuelle Führung in Kiew als nicht mehr handlungsfähig darzustellen und durch eine neue, aus russischer Sicht legitimierte Regierung zu ersetzen.
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Galusin: «Ein solcher Schritt würde es ermöglichen, demokratische Wahlen in der Ukraine abzuhalten und eine handlungsfähige Regierung an die Macht zu bringen.» Der Diplomat verwies darauf, dass Präsident Wladimir Putin bereits im März 2025 einen ähnlichen Vorschlag unterbreitet habe. In der Ukraine selbst wird dieser Vorstoss als durchsichtiger Versuch gewertet, den Staat zu delegitimieren, zumal sämtliche staatlichen Institutionen in Kiew nach wie vor voll arbeitsfähig sind.
Das Modell einer Uno-Übergangsverwaltung kam historisch bereits in Konfliktregionen wie dem Kosovo, Kambodscha oder Osttimor zum Einsatz, um nach einem totalen staatlichen Zusammenbruch neue Strukturen aufzubauen.