Nur zwei Wochen nach dem Gipfeltreffen mit Wladimir Putin in Alaska wächst im Weissen Haus der Frust: Hochrangige US-Regierungsbeamte werfen mehreren europäischen Regierungen vor, den von Präsident Trump angestossenen Friedensprozess im Ukraine-Krieg hinter den Kulissen gezielt zu sabotieren. Das berichtet das US-Medium Axios.
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Während Frankreich und Grossbritannien in Washington noch als «konstruktiv» gelten, sollen andere europäische Staaten – namentlich Deutschland – Kiew dazu drängen, auf unrealistische Maximalforderungen zu beharren. Gleichzeitig fordern sie weiterhin umfassende Unterstützung durch die USA, ohne selbst nennenswerte Opfer zu bringen. «Die Europäer können nicht erwarten, dass wir die Kosten des Krieges tragen, während sie die Bedingungen für einen Frieden sabotieren», sagte ein hoher Beamter im Weissen Haus zu Axios.
Trump, der nach seinen Treffen mit Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj einen baldigen Gipfel zwischen beiden Parteien gefordert hatte, zeigt sich zunehmend frustriert über die diplomatische Pattsituation: «Jeder spielt nur Theater. Es ist alles Bullshit», sagte er bei einer Kabinettssitzung. Die jüngsten russischen Luftangriffe auf Kiew sowie ukrainische Drohnenangriffe auf russische Raffinerien befeuern diese Einschätzung.