An der ukrainischen Front häufen sich Fälle von Gasbrand – einer tödlichen Infektionskrankheit, die zuletzt im Ersten Weltkrieg massenhaft auftrat. Das berichtet der britische Telegraph.
Der bakteriellen Krankheit fallen demnach zunehmend verletzte Soldaten zum Opfer, weil Evakuierungen wegen russischer Drohnenangriffe oft tagelang nicht möglich sind. Die Folge: infizierte Wunden, unzureichende medizinische Versorgung – und Todesfälle durch eine heute eigentlich behandelbare Krankheit.
Ukrainian 93rd Mechanized brigade
Gasbrand wird durch das Bodenbakterium Clostridium perfringens verursacht, das über verschmutzte Wunden in den Körper eindringt. Es frisst sich durch Gewebe, bildet unter der Haut Gasblasen und kann innerhalb kurzer Zeit tödlich verlaufen.
Ukrainische Sanitäter kämpfen laut Bericht in behelfsmässigen Bunkern mit fehlender Ausrüstung und Medikamenten. Erschwerend kommt hinzu: Durch massenhaften Einsatz von Breitbandantibiotika ist die Resistenz gegen wichtige Medikamente gestiegen.
Verwundete, die bei rechtzeitiger Behandlung überleben könnten, sterben auf dem Feld. Laut Präsident Selenskyj kamen bislang rund 45.000 ukrainische Soldaten ums Leben, fast 400.000 wurden verletzt.