Ukrainische Militär-Instruktoren sollen künftig deutsche Soldaten ausbilden und ihre Kampferfahrungen aus dem Krieg gegen Russland weitergeben. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf den Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Christian Freuding.
Deutschland und die Ukraine hätten im vergangenen Monat vereinbart, dass Kiew Ausbilder an Ausbildungsstätten der Bundeswehr entsendet. Die ukrainischen Militärs sollen ihre Erfahrungen aus dem Krieg gegen Russland in die Ausbildung einbringen.
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«Wir haben hohe Erwartungen», sagte Freuding laut Reuters. «Die ukrainische Armee ist derzeit die einzige in der Welt mit Fronterfahrung gegen Russland.» Die ersten ukrainischen Ausbilder sollen demnach aus mehreren Dutzend Soldaten bestehen und für einige Wochen deutsche Einheiten trainieren.
Nach Angaben des Bundeswehrchefs sollen die ukrainischen Instruktoren unter anderem Kenntnisse in den Bereichen Artillerie, Drohneneinsatz, gepanzerte Operationen, Pionierwesen sowie Führungs- und Kontrollsysteme vermitteln.
Freuding erklärte, die Zusammenarbeit sei Teil der Vorbereitung auf ein mögliches grosses militärisches Szenario zwischen Russland und der Nato bis zum Jahr 2029. Geheimdienstanalysen in Deutschland und anderen westlichen Staaten würden einen solchen Zeitraum als mögliches Risiko nennen.
«Das ist praktisch schon übermorgen. Wir haben keine Zeit – der Feind wartet nicht darauf, dass wir erklären, wir seien bereit», sagte Freuding.
Seit Beginn des russischen Einmarschs in der Ukraine im Jahr 2022 hat Deutschland Tausende ukrainische Soldaten ausgebildet. Dabei ging es unter anderem um den Einsatz westlicher Waffensysteme wie Leopard-Panzer, Marder-Schützenpanzer, Artilleriesysteme und Luftverteidigung. Freuding sagte, die ukrainischen Streitkräfte hätten auf Grundlage ihrer Kampferfahrungen neue Taktiken entwickelt, etwa beim Einsatz von Drohnen und digital vernetzter Kriegsführung.