Eine klare Mehrheit der Deutschen erkennt sich in der Berichterstattung der heimischen Medien nicht wieder. Das zeigt eine neue Erhebung, über die der Stern berichtet. Grundlage ist eine repräsentative Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der digitalen Plattform Readly. Demnach fühlen sich 60 Prozent der Befragten nicht oder eher nicht durch die Medien repräsentiert – in Ostdeutschland liegt der Anteil sogar bei 70 Prozent.
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Besonders ausgeprägt ist dieses Gefühl der Nichtrepräsentanz bei zwei Gruppen: AfD-Anhängern und Studierenden. Von den AfD-Sympathisanten antworteten 90 Prozent mit einem klaren Nein auf die Frage, ob sie sich in den Medien repräsentiert sehen. Bei den Studierenden waren es drei Viertel. Im Gegensatz dazu fühlten sich nur rund 30 Prozent der FDP-Anhänger und knapp 28 Prozent der Grünen-Wähler gut vertreten.
Auch das Wohnumfeld spielt eine Rolle: In sehr dünn besiedelten Regionen fühlen sich 68 Prozent der Befragten nicht repräsentiert, während es in Ballungsräumen etwa jeder Zweite ist. Unterschiede zwischen den Geschlechtern sind hingegen gering: 64 Prozent der Männer und knapp 60 Prozent der Frauen empfinden eine mediale Fremdheit.
Die Umfrage wurde vom 23. bis zum 25. Juli 2025 unter 2500 Personen in Deutschland durchgeführt. Mehrfachantworten waren möglich.