Die Unterstützung für die deutsche Energiewende bröckelt. Das zeigt eine neue repräsentative Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der BMW Foundation Herbert Quandt. Während 2022 noch etwa jeder Zweite den Ausbau erneuerbarer Energien befürwortete, ist es heute nur noch jeder Dritte, berichtet die FAZ.
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Die Sorge über den Klimawandel hat ebenfalls deutlich abgenommen: Von 51 Prozent im Jahr 2022 sank der Anteil auf aktuell 33 Prozent. In den Jahren zuvor war er noch kontinuierlich gestiegen – von 29 Prozent 2010 auf über 50 Prozent. Die Abwärtstendenz lässt sich laut Allensbach durch «multiple Krisen» erklären – insbesondere durch wirtschaftliche Unsicherheit, den Krieg in der Ukraine sowie Zweifel an der künftigen Versorgungssicherheit.
Zwar halten weiterhin 43 Prozent der Befragten den eingeschlagenen Kurs – den Ausstieg aus der Kernenergie und die Hinwendung zu erneuerbaren Quellen – für richtig. Doch 37 Prozent sprechen sich dagegen aus. Besonders in Ostdeutschland, bei Anhängern von AfD und FDP sowie in unteren sozialen Schichten ist die Skepsis besonders ausgeprägt.
Auch unter den bisherigen Befürwortern schwindet das Vertrauen: Nur noch 33 Prozent glauben, dass Deutschland die richtigen Massnahmen zur Umsetzung der Energiewende ergreift. Vor einem Jahr waren es noch 52 Prozent. Der Anteil derer, die grundlegende Zweifel an den bisherigen Massnahmen äussern, ist auf 26 Prozent gestiegen.
Die Mehrheit der Bevölkerung verbindet die Energiewende mittlerweile eher mit Risiken als mit Chancen. Für 37 Prozent überwiegen die Risiken – nur 28 Prozent sehen vor allem Chancen. Ein weiteres Viertel sieht beides gleichermassen.