Seit Juli 2024 müssen Deckel von Einweg-Getränkeflaschen in der EU fest mit dem Behälter verbunden sein – doch die Massnahme trifft bei den Konsumenten auf wenig Gegenliebe. Laut einer aktuellen Umfrage des Nürnberger Instituts für Marktentscheidungen (NIM) empfinden rund zwei Drittel der Deutschen die sogenannten tethered caps als störend, berichtet die ARD. Besonders beim Trinken und Ausgiessen seien die neuen Verschlüsse unpraktisch, bemängelten viele Befragte.
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Matthias Unfried vom NIM spricht von einem «Verschluss, der in Deutschland nicht viele Freunde hat». Nur 12 Prozent der Befragten sehen keinen Nachteil im Vergleich zu herkömmlichen Deckeln. Zwar gibt es laut Verband Deutscher Mineralbrunnen (VDM) Anzeichen eines Gewöhnungseffekts, doch jeder Fünfte meidet inzwischen bewusst Produkte mit fest verbundenen Deckeln, und fast ein Viertel trinkt seltener direkt aus der Flasche.
Die EU-Regelung zielt auf weniger Plastikmüll ab, indem verhindert wird, dass Verschlusskappen in der Umwelt landen. Doch der tatsächliche Nutzen wird zunehmend in Zweifel gezogen. Der VDM spricht von einem «Problem, das es gar nicht gab», da in Deutschland PET-Pfandflaschen bereits zu nahezu 100 Prozent – inklusive Deckel – gesammelt würden. Auch das WDR-Wissenschaftsmagazin «Quarks» kritisierte kürzlich, dass durch die neue Regelung lediglich die Statistik schöngerechnet werde: Flasche und Deckel gelten nun als ein statt zwei Müllteile.