Erstmals seit über einem Jahrzehnt ist Deutschland nicht mehr das wichtigste Zielland für Asylbewerber in der EU. Laut der EU-Asylagentur wurden im ersten Halbjahr 2025 rund 70.000 Asylanträge in Deutschland gestellt – ein Rückgang von 43 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Frankreich und Spanien liegen nun mit jeweils rund 78.000 beziehungsweise 77.000 Anträgen vor der Bundesrepublik. Die EU spricht von einer «ungewöhnlichen Wende» in der europäischen Asylpolitik, berichtet die Bild-Zeitung.
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Die Bundesregierung führt den Rückgang auf die verschärften Grenzkontrollen zurück, die Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) seit Mai umgesetzt hat. Dazu gehören unter anderem Rückweisungen an der Grenze sowie die Vorbereitung von Abschiebungen nach Syrien und Afghanistan.
Der Rückgang betrifft auch syrische Staatsangehörige, deren Fluchtbewegungen nach dem Sturz des Assad-Regimes abgenommen haben.