Die Forderungen nach einem Rückzug der Uno-Sonderberichterstatterin für die palästinensischen Gebiete, Francesca Albanese, erreichen eine neue Eskalationsstufe: Nun verlangen auch die Regierungen in Berlin und Paris offiziell ihre Demission. Wie die Zeitung Die Welt berichtet, betrachten die Aussenministerien beider Länder die jüngsten Entgleisungen der Juristin als unvereinbar mit der Neutralität, die ihr Mandat bei den Vereinten Nationen eigentlich voraussetzt. Albanese hatte Israel im Rahmen einer Onlinekonferenz als «gemeinsamen Feind» bezeichnet – eine Wortwahl, die selbst in diplomatisch zurückhaltenden Kreisen für Entsetzen sorgte.
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Bundesaussenminister Johann Wadephul (CDU) fand auf der Plattform X deutliche Worte und erklärte, Albanese habe sich bereits in der Vergangenheit vielfach «Ausfälle geleistet». Sie sei in ihrer Position schlicht «unhaltbar». Rückendeckung erhielt er von seinem französischen Amtskollegen Jean-Noël Barrot. Dieser bezeichnete Albanese unumwunden als politische Aktivistin, deren Rhetorik nicht nur der palästinensischen Sache, sondern dem Ansehen der gesamten Vereinten Nationen massiven Schaden zufüge.
Die Personalie Albanese ist schon länger eine Belastungsprobe für das Uno-System. Kritiker werfen der Italienerin seit Monaten eine tiefgreifende Voreingenommenheit und Antisemitismus vor. Während Sonderberichterstatter formal als unabhängige Experten und nicht als klassische Uno-Mitarbeiter gelten, agiert Albanese zunehmend wie eine parteiische Akteurin in einem hochemotionalen Konflikt. Im Juli wurde Albanese bereits mit US-Sanktionen belegt.