Die Zahl der Asyl-Erstanträge in Deutschland ist im Oktober deutlich zurückgegangen. Nach Informationen der Bild-Zeitung wurden 8823 Anträge gestellt – das entspricht einem Rückgang von rund 55 Prozent im Vergleich zum Oktober 2024, als noch 19.785 Erstanträge gezählt wurden. Auch gegenüber dem Vormonat ergibt sich ein leichter Rückgang um 3,3 Prozent.
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Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sieht darin einen Erfolg der von ihm ausgerufenen «Migrationswende». Der Bild erklärte er: «Unsere Migrationswende wirkt. Wir haben die Pull-Faktoren und die Magnetwirkung Deutschlands auf die illegale Migration erheblich reduziert.»
Auch im Jahresverlauf zeigen sich laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ähnliche Trends: Bereits im Juni wurde mit 6860 Erstanträgen der Tiefpunkt erreicht – ein Rückgang von 59 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Dennoch lagen in fünf Monaten des laufenden Jahres die Zahlen deutlich über dem aktuellen Oktoberwert.
Dobrindt kündigte zugleich eine Verschärfung der Abschiebepraxis an. Deutschland wolle nicht mehr nur Straftäter und Gefährder abschieben, sondern künftig auch junge Syrer, deren Asylantrag abgelehnt wurde. Dafür soll das Bundesamt für Migration wieder Anträge aus Syrien prüfen – bislang war das Verfahren aufgrund des Bürgerkriegs ausgesetzt. «Wir gehen diesen Weg der Migrationswende konsequent weiter und erhöhen auch die Rückführungen», so Dobrindt.