Zwei US-Fonds haben den Neustart eines der grössten ukrainischen Getreideterminals in Odessa angekündigt. Wie die Financial Times berichtet, übernahmen Argentem Creek Partners und Innovatus Capital Partners das Olimpex-Terminal mit einer Jahreskapazität von fast fünf Millionen Tonnen nach einem langwierigen Rechtsstreit um Kredite und mutmasslichen Betrug.
Argentem Creek Partners
Das Terminal war zuvor im Besitz des ukrainischen Unternehmernetzwerks GNT, das laut Anklage eine Kreditlinie über zwanzig Millionen Dollar durch gefälschte Lagerbestände besichert hatte. Nach dem Einmarsch Russlands soll die Gruppe gar die «Zerstörung» des als Sicherheit gemeldeten Getreides simuliert haben. Einer der Hauptakteure, Wolodymyr Naumenko, wurde im Mai festgenommen. Der oberste Gerichtshof der Ukraine stimmte nun der Übergabe eines Schlüsselvermögens zu.
«Selbst im Krieg konnten wir dem Rechtsweg folgen», sagte John Patton, Partner bei Argentem Creek. Der Fall sei ein Prüfstein für Investitionen in einem Land, das um Vertrauen kämpfe. Der langjährige Schweden-Investor Carl Sturén, der das Terminal künftig führen soll, betonte: «Der Versuch, US-Investoren zu betrügen, ist gescheitert.»
Präsident Selenskyjs Büro sieht in dem Fall ein Signal an internationale Investoren, dass die Ukraine eine «Rechtsstaatlichkeit» aufweise. Angesichts schwindender staatlicher Kriegshilfen bemüht sich Kiew verstärkt um private Kapitalgeber.