Investoren sollten laut einer Analyse verstärkt in US-Aktien investieren, da diese historisch bessere Erholungschancen nach schwachen Jahresauftakten zeigen. Dies zeigt eine Untersuchung von Stephan Kemper, Chefanlagestratege der Grossbank BNP Paribas in Deutschland.
An den Börsen dominierten zuletzt Erwartungen über ein mögliches baldiges Ende des Iran-Kriegs, den die USA und Israel Ende Februar begonnen hatten. Diese Einschätzung stütze sich auch auf Äusserungen von US-Präsident Donald Trump. In der Folge legten internationale Aktienmärkte zu. Der DAX überschritt zeitweise die Marke von 23.000 Punkten, während auch Börsen in den USA und Asien deutliche Gewinne verzeichneten. Gleichzeitig gab der Ölpreis nach und bewegte sich um 100 Dollar pro Fass der Nordseesorte Brent.
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Das erste Quartal verlief dennoch schwach. Der S&P 500 verlor zwischen Januar und März 4,63 Prozent, der Euro Stoxx 600 gab um 2,73 Prozent nach. Laut Kemper zeigt ein schwacher Jahresbeginn jedoch keine zwingend negative Gesamtjahresentwicklung an. In 75 Prozent der untersuchten Fälle schloss der S&P 500 das Jahr im Plus.
Besonders auffällig sei die Erholungsfähigkeit des US-Marktes. «Wenn der S&P 500 im ersten Quartal rote Zahlen schreibt, erzielt er im Gesamtjahr dennoch in 52,6 Prozent der Fälle ein positives Ergebnis.» In Europa falle die Bilanz deutlich schwächer aus. Beim Stoxx Europe 600 ende ein Jahr nach negativem Start häufig ebenfalls im Minus.
Kemper folgert: «Ein schwacher Jahresauftakt ist für Anleger noch lange kein Grund zur Panik, aber ein klarer Weckruf zur regionalen Differenzierung. Die Wall Street zeigt historisch betrachtet mit Abstand die besten Comeback-Qualitäten.» Anleger müssten jedoch auch Währungsrisiken beachten, da ein stärkerer Euro mögliche Gewinne schmälern könne.