Ein kaum bekanntes US-Start-up mit gerade einmal dreissig Mitarbeitern hat einen Grossauftrag des Pentagon über 620 Millionen Dollar erhalten – nur drei Monate nachdem Donald Trump Jr. mit seinem Investmentfonds bei dem Unternehmen eingestiegen ist. Dies berichtet die Financial Times. Der Zuschlag an Vulcan Elements, das auf die Produktion seltener Erden spezialisiert ist, ist Teil eines insgesamt 1,4 Milliarden Dollar schweren Förderpakets für die Stärkung der heimischen Magnetproduktion in Zusammenarbeit mit ReElement Technologies.
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Der Deal umfasst neben dem Pentagon-Darlehen über 620 Millionen auch über 550 Millionen Dollar an privaten Investitionen sowie weitere Anreize von US-Bundesbehörden. Es ist der bisher grösste Kredit der im Rahmen der Biden-Regierung gegründeten «Office of Strategic Capital». Nun profitiert ein Unternehmen, das seit August vom Fonds 1789 Capital unterstützt wird – mitgegründet von Trump-nahen Geldgebern, an dem Donald Trump Jr. seit 2024 als Partner beteiligt ist.
Laut Recherchen der Financial Times haben bereits mindestens vier Unternehmen im Portfolio von 1789 Capital Verträge im Gesamtwert von über 735 Millionen Dollar von der US-Regierung erhalten. Kritiker sprechen von einem «Konflikt unter einem Korruptionsverdacht», wie etwa Kedric Payne von der Ethikorganisation Campaign Legal Center: «Präsidenten sollten den Anschein vermeiden, ihr Amt für den finanziellen Vorteil ihrer Familie zu nutzen.»
Das Pentagon und Vulcan betonen jedoch, dass weder Trump Jr. noch 1789 in die Vertragsverhandlungen eingebunden gewesen seien. Vulcan-Chef John Maslin versichert, es handle sich um einen «rein meritokratischen Prozess». Man wolle den US-Militärbedarf an seltenen Erden stärken. Maslin: «Jedes Schiff, jeder Panzer, jede Rakete braucht Magneten aus seltenen Erden.»