Eltern in den USA dürfen ihre Kinder vom Unterricht fernhalten, wenn dort Inhalte zur LGBTQ-Thematik behandelt werden. Das hat der Oberste Gerichtshof in Washington in einer vorläufigen Entscheidung festgehalten, wie die Zeitung Die Welt berichtet. Die Richter gaben einer Gruppe muslimischer, katholischer und christlich-orthodoxer Eltern recht, die im Bundesstaat Maryland gegen den verpflichtenden Schulbesuch während entsprechender Unterrichtseinheiten geklagt hatten.
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Hintergrund des Falls ist die Einführung von Kinderbüchern, die homosexuelle Beziehungen positiv darstellen – etwa die Heirat eines Mannes mit einem anderen Mann oder eine Romanze zwischen einem Prinzen und einem Ritter. Die Schulaufsicht des Bezirks Montgomery hatte ursprünglich erlaubt, Kinder bei entsprechenden Themen vom Unterricht zu befreien, diese Praxis aber später eingestellt.
Die Kläger argumentierten, dass sie in ihrer verfassungsmässig garantierten Religionsfreiheit verletzt würden. Der Supreme Court schloss sich dieser Sichtweise mehrheitlich an und erklärte: «Die Eltern werden wahrscheinlich Erfolg haben mit ihrer Klage, wonach die Richtlinien der Behörde ihr Recht auf freie Religionsausübung verfassungswidrig beschneiden.»
Die Entscheidung fiel mit sechs zu drei Stimmen, wobei die konservative Mehrheit des Gerichts dominierte. Die abschliessende juristische Klärung muss nun auf unterer Instanz erfolgen, doch der Richterspruch gilt als wegweisend. Die Schulbehörde verteidigte ihre Praxis mit dem Argument, dass der Umgang mit unterschiedlichen Lebensrealitäten ein zentrales Bildungsziel öffentlicher Schulen sei.
Unterstützung erhielten die klagenden Eltern von US-Präsident Donald Trump.