«US-Zollhammer ist ein wake-up call»: Die Verhandlungen mit Amerika sind eine Chance für die Schweiz
Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Abonnemente
Jedes Abo eine Liebeserklärung an die Meinungsvielfalt.
AboDigital
Für alle, die Online lesen wollen
Alle Artikel online lesen
E-Paper inklusive
App (iOS & Android)
AboPrint & Digital
Printausgabe & digital jederzeit dabei
Wöchentliche Printausgabe
Alle Artikel online lesen
E-Paper inklusive
App (iOS & Android)
Sind Sie noch nicht überzeugt? Details zu den Abos
Die Weltwoche

«US-Zollhammer ist ein wake-up call»: Die Verhandlungen mit Amerika sind eine Chance für die Schweiz

Die USA verhängen Strafzölle von 39 Prozent, und was schlägt man in der Schweiz vor? Kurzarbeit, bis Donald Trump weg ist. So jedenfalls zu lesen in einem Beitrag des Tages-Anzeigers (Artikel kostenpflichtig). Dieser Vorschlag ist ebenso sinnbefreit wie der damalige Vorschlag von Ökonomieprofessoren, die Schweizer Wirtschaft während Covid einzufrieren.

© KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER
Participants watch the appearance of Donald Trump, President of the United States of America, on screen from an adjacent room, during the 48th Annual Meeting of the World Economic Forum, WEF, in Davos, Switzerland, Friday, January 26, 2018
© KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER

Niemand wartet auf die Schweiz; weder die Amerikaner noch die EU. Und schon gar nicht Monate oder Jahre. Dieser Vorschlag ist umso problematischer, als es gut möglich ist, dass die Politik Trumps mit neuen Präsidenten – J. D. Vance und Marco Rubio stehen in den Startlöchern – weitergeführt wird.

Die USA wollen ihre industrielle Basis wieder aufbauen und haben entschieden, dies über Zölle zu tun. Sie sind sich – natürlich – bewusst, dass das Wohlstand kostet. Aber es bringt den USA die Sicherheit der Basisindustrie zurück. Letztlich ist es ihr politischer Entscheid, den wir akzeptieren müssen.

Das eigentliche Problem liegt in der Schweiz

Statt sich in eine Opferrolle zurückzuziehen, mit Gegenzöllen zu drohen (Mitte-Präsident Philipp Matthias Bregy) oder gar möglichst schnell in den Schoss des Rahmenvertrags mit fremden Gesetzen, fremden Richtern und fremder Polizei («Kontrolleuren») zu flüchten, sollte die Schweiz endlich ihre interventionistische Politik aufgeben: die seit Jahren fehlgeleitete Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank (SNB), den Importschutz der Pharma und damit verbunden eine ungenügende Innovation in dieser Industrie, das Wachstum des Staates, die zunehmende Regulierung weiter Bereiche der Wirtschaft.

Mit der unnötigen Tiefzinspolitik wollte die SNB den Schweizer Franken schwächen, um Exporte zu befeuern. Das Resultat sieht man in der Bilanz der Zentralbank: EUR- und USD-Anlagen in der Höhe des Volkseinkommens.

USA haben schon mehrfach gewarnt

Mit dieser Politik hat die SNB auch ganze Branchen «zombifiziert»: Unternehmen leben von billigen Krediten statt von echter Wettbewerbsfähigkeit; die Migration wird angetrieben, die Pensionskassen enteignet, der Konsum verteuert. Die USA haben uns schon mehrfach vor dieser Politik gewarnt, weil wir damit die Aussenhandelsbilanz stören.

Die Verhandler der Schweiz hätten in Washington viel auf den Tisch legen können: eine realistischere Geldpolitik, ein Ende des Importschutzes der Pharma und weniger Regulation, damit wieder die Marktkräfte spielen können.

Die Schweiz muss Donald Trumps Zollhammer als wake-up call verstehen: Es braucht nicht noch mehr Staat, sondern weniger Bürokratie, den frischen Wind des Wettbewerbs, mehr Marktwirtschaft und vor allem eine realistische Geldpolitik.

Wenn die Behörden wollen, kann ein solches Programm innert zweier Wochen definiert werden. Das wäre gut für die Schweiz und ein Signal an die USA, dass man die Botschaft zum 1. August verstanden hat.

Nachtrag

Ich wünsche mir einen selbstbewussteren, einigen Bundesrat, der seine Aufgaben vis-à-vis EU und vis-à-vis USA mehr im Sinne des Schweizer Volkes erbringt und Achtung vor Vertretern fremder Staaten hat, auch wenn sie einem nicht passen.

Eigentlich war es offensichtlich, wie das Gespräch mit der Regierung Trump und mit Donald Trump selbst hätte geführt werden müssen. Und es war auch klar, dass ein Aussenminister, der sich genau in diesen Tagen für einen palästinensischen Staat starkmacht, der Situation der Schweiz nicht zuträglich ist.

Martin Janssen ist emeritierter Professor für Banking und Finance an der Universität Zürich und gehört zu den interessantesten Stimmen in Handels-, Wirtschafts- und Finanzpolitik. Zudem ist er als Unternehmer Gründer und Inhaber der Ecofin-Gruppe. Wir danken Martin Janssen für die freundliche Genehmigung zum Nachdruck dieses Artikels, er erschien zuerst auf dem renommierten Finanzportal Finews.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 01.04.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.