In den USA erreicht das Vertrauen in klassische Medien wie Fernsehen, Radio und Zeitungen einen neuen Tiefpunkt: Laut einer aktuellen Gallup-Umfrage geben nur noch 28 Prozent der Befragten an, «grosses» oder «ziemlich grosses» Vertrauen in die mediale Berichterstattung zu haben. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Erhebung in den 1970er Jahren.
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Besonders drastisch ist der Vertrauensverlust bei republikanischen Wählern: Nur noch 8 Prozent glauben, dass die Medien «vollständig, genau und fair» berichten – ein historisches Tief. Auch bei unabhängigen Wählern bleibt das Vertrauen mit 27 Prozent extrem gering. Selbst unter Demokraten, die traditionell als medienfreundlicher gelten, erreicht das Vertrauen nur noch knappe 51 Prozent – exakt der Wert, den man bereits 2016 während des Präsidentschaftswahlkampfs gemessen hatte.
Die Umfrage zeigt auch einen deutlichen Generationenkonflikt: Während 43 Prozent der über 65-Jährigen Vertrauen in die Medien bekunden, sind es bei jüngeren Altersgruppen kaum mehr als 28 Prozent. Gallup stellt fest, dass das Vertrauen seit den frühen 2000er Jahren über alle Altersgruppen hinweg gefallen ist – besonders jedoch bei den Jüngeren.
Der Vertrauensverlust zieht sich durch alle politischen Lager und Altersgruppen, wobei die Kluft zwischen Demokraten und Republikanern besonders tief ist. Medienhäuser stehen nun vor der Herausforderung, nicht nur faktenbasiert zu berichten, sondern auch ihre Glaubwürdigkeit in einer polarisierten Gesellschaft wiederherzustellen.