Venezuelas Diktator soll mit Präsident Trump über einen unblutigen Abgang verhandelt haben. Doch ihre kubanischen Bewacher lassen Maduro und Konsorten gemäss US-Quellen nicht lebend ziehen
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Venezuelas Diktator soll mit Präsident Trump über einen unblutigen Abgang verhandelt haben. Doch ihre kubanischen Bewacher lassen Maduro und Konsorten gemäss US-Quellen nicht lebend ziehen

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Venezuelas Diktator soll mit Präsident Trump über einen unblutigen Abgang verhandelt haben. Doch ihre kubanischen Bewacher lassen Maduro und Konsorten gemäss US-Quellen nicht lebend ziehen
Venezuelas Diktator soll mit Präsident Trump über einen unblutigen Abgang verhandelt haben. Doch ihre kubanischen Bewacher lassen Maduro und Konsorten gemäss US-Quellen nicht lebend ziehen
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Lima

Wie die New York Times am Freitagabend mit Verweis auf Quellen aus dem Weissen Haus berichtete, sollen Präsident Trump und der venezolanische Diktator Nicolás Maduro letzte Woche im Beisein von Staatssekretär Marco Rubio direkt miteinander telefoniert haben. Offiziell hat das Weisse Haus dazu keine Stellung genommen. Trump hatte allerdings schon früher bestätogt, dass zwischen dem Regime in Caracas und den State Departement Gespräche stattfinden und dass er Maduro ein Ultimatum gestellt hat. Am Freitag kündigte er an, dass der Einmarsch «auf dem Land» bevorstehe.

MIGUEL GUTIERREZ / KEYSTONE
epa12549123 Venezuelan President Nicolas Maduro (R) speaks with President of Venezuelan National Assembly (AN) Jorge Rodriguez (C) and Venezuelan Vicepresident Delcy Rodriguez during an event marking the bicentennial of the delivery of the Sword of Peru to Simon Bolivar, in Caracas, Venezuela, 25 November 2025
MIGUEL GUTIERREZ / KEYSTONE

Das Nachrichtenportal Axios hatte bereits Anfang der Woche von direkten Verhandlungen auf höchster Ebene über einen Abgang von Maduro berichtet. Gemäss Quellen im Weissen Haus soll Maduros kubanische Leibgarde jedoch gedroht haben, ihn zu töten, falls er Venezuela verlassen wolle. Diese Version wird von Luis Quiñones bestätigt, einem ehemaligen US-Militär mit guatemaltekischen Wurzeln, der Trump nahesteht. Laut Quiñones soll das Telefonat zwischen Maduro, Rubio und Trump am vergangenen Dienstag stattgefunden haben. Der türkische Präsident Erdogan soll sich bereit erklärt haben, Maduro und seiner Entourage vorläufig Asyl zu gewähren. Bedingung von Seiten der USA wäre es jedoch gewesen, dass Maduro an den Narco-Prozessen gegen das «Sonnen-Kartell» per Videokonferenz aussagt. Dann könnte auch das Kopfgeld gegen ihn aufgehoben werden.

In den USA wie auch in Lateinamerika sind die Medien voll von Gerüchten und angeblichen Insider-Informationen, die vom Weissen Haus weder bestätig noch dementiert werden. Die Wahrheit ist bekanntlich stets das erste Opfer in einem Krieg. Wir müssen uns zwangsläufig an das halten, was plausibel erscheint.

Fest steht:

_Nicolás Maduro ist bloss das Aushängeschild des Regimes; als eigentlicher Kopf gilt Diosdado Cabello (Innenminister). Zum harten Kern werden sodann Vladimir Padrino (Verteidigungsminister), Delcy Rodríguez (Vizepräsidentin) und ihr Bruder Jorge gezählt. Sie alle werden von der US-Justiz krimineller Machenschaften beschuldigt. Doch auch sie sind nur die Spitze eines weitverzweigten Netzwerkes, das Venezuela beherrscht. Was auffällt: Seit Trumps Wiederwahl hat Maduro das Gespräch mit diesem mehrfach gesucht und ihm unter anderem die Ausbeutung der immensen venezolanischen Erdölvorräte angeboten.

_Seit 2007, als der vermeintlich populäre sozialistische caudillo Hugo Chávez ein wichtiges Referendum verlor, besetzte das Regime sukzessive alle Schlüsselstellen im Sicherheits- und Repressionsapparat mit kubanischen Emissären. Da Maduro und Konsorten ihren eigenen Militärs misstrauen, sorgen 1600 Leibwächter für ihre Sicherheit. Dazu kommen rund 100 russische Militärberater und 16.000 ausländische Milizionäre (in erster Linie aus Kuba).

_Seit 2001 versorgt Venezuela Kuba mit Erdöl, welches das klamme Regime in Havanna durch Entsendung Tausender Ärzte und Sicherheitsberater entschädigt. Da Venezuela längst selbst bankrott ist und kaum noch seinen eigenen Bedarf decken kann, hat Mexiko einen Teil der Erdöllieferungen übernommen. Doch auch der staatliche mexikanische Ölgigant Pemex ist hoffnungslos überschuldet und steht vor dem Ruin. Seit Monaten kommt es in Kuba wegen Treibstoffmangels täglich zu Stromausfällen.

Vor diesem Hintergrund ist plausibel, dass die kubanischen Emissäre das venezolanische Regime gleichsam in Geiselhaft genommen haben. Ein Sturz des Regimes in Caracas und der totale Ausfall der Öllieferungen aus Venezuela könnte dem kubanischen Diktatur das Genick brechen. Als Kronzeugen in den Narco-Prozessen könnten Maduro und Konsorten die ganze Region ins Chaos stürzen. Gut möglich, dass Maduro seine eigenen Leute mittlerweile mehr fürchtet als die US-Marines.

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