Die belgische Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den ehemaligen EU-Justizkommissar Didier Reynders. Der Politiker soll während seiner Amtszeit als belgischer Minister Geld über Glücksspieleinsätze gewaschen haben. Dies bestätigte die Generalstaatsanwaltschaft in Brüssel, ohne weitere Details zu nennen. Medienberichte der Plattform «Follow The Money» und der Zeitung «Le Soir» sprechen von Hausdurchsuchungen und einem Polizeiverhör. Reynders selbst hat sich bislang nicht geäussert.
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Den Ermittlungen zufolge habe Reynders sogenannte «E-Tickets» im Wert von 1 bis 100 Euro gekauft, die er auf Spielkonten der belgischen Nationalen Lotterie einzahlte. Gewinne sollen dann auf private Girokonten überwiesen worden sein. Unklar bleibt, woher das Geld für die Käufe stammte. Hinweise der belgischen Aufsichtsbehörde und der Lotterie hatten die Ermittlungen, die bereits seit 2023 laufen, angestossen.
Reynders, der bis vor wenigen Tagen noch als EU-Justizkommissar tätig war, hatte sich während seiner Amtszeit unter anderem mit der Rechtsstaatlichkeit in Europa befasst. Die EU-Kommission erklärte, mit den Behörden kooperieren zu wollen, sofern dies erforderlich sei.