Angestellte in der Bundesverwaltung verdienen deutlich mehr als vergleichbare Mitarbeitende in der Privatwirtschaft – vor allem bei Teilzeitpensen. Das zeigt eine neue Analyse des Ökonomen Christoph Schaltegger, über die die Sonntagszeitung berichtet. Laut Studie liegt der durchschnittliche Lohnvorteil bei 10.000 Franken pro Jahr. Bei Teilzeitarbeit mit weniger als 80 Prozent Pensum beträgt der Unterschied sogar bis zu 17.600 Franken – rund 19,2 Prozent mehr.
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Hochgerechnet auf die rund 39.000 Vollzeitstellen beim Bund ergibt sich ein mögliches Einsparpotenzial von 390 Millionen Franken jährlich. FDP und SVP verlangen nun eine Anpassung der Löhne. FDP-Präsident Thierry Burkart spricht von einem «stossenden» Missverhältnis und fordert tiefere Einstufungen für neue Mitarbeitende sowie Zurückhaltung bei Lohnerhöhungen. SVP-Fraktions-Chef Thomas Aeschi will den Teuerungsausgleich streichen und Lohnklassen neu definieren.
Die Gewerkschaften hingegen wehren sich. Katharina Prelicz-Huber (Grüne) bezeichnet die Debatte als «billige Polemik» und verweist auf Missstände in der Privatwirtschaft – etwa bei der Credit Suisse. Sie argumentiert, dass viele Bundesstellen spezielles Know-how erforderten und entsprechend entlöhnt werden müssten.
Das Bundespersonalamt widerspricht den Schaltegger-Zahlen und hält die Datenbasis für zu grob. Eine im Auftrag des Bundes erstellte PWC-Studie kommt zu einem anderen Schluss: Demnach liegen die Löhne des Bundes in der Spitze unter jenen der Privatwirtschaft – mit Ausnahme der tiefsten Lohnklassen.