Irans Sportminister Ahmad Donyamali hat die Teilnahme der iranischen Nationalmannschaft an der kommenden Fussball-Weltmeisterschaft infrage gestellt. «Unter keinen Umständen können wir an der Weltmeisterschaft teilnehmen», sagte Donyamali laut iranischem Staatsfernsehen. Hintergrund seien die Angriffe der USA und Israels auf den Iran.
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Der Minister erklärte: «Angesichts dessen, dass dieses korrupte Regime unseren Führer ermordet hat, können wir unter keinen Umständen an der Weltmeisterschaft teilnehmen.» Die USA richten das Turnier gemeinsam mit Kanada und Mexiko aus. Die Gruppenspiele der iranischen Mannschaft sind nach bisherigen Planungen in amerikanischen Städten wie Los Angeles und Seattle vorgesehen.
Nach iranischen Angaben wurden seit Beginn des Kriegs zwischen Iran sowie den USA und Israel am 28. Februar mehr als 1250 Menschen getötet und über 12’000 verletzt. Teheran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel, auf Militärstützpunkte mit US-Truppen im Nahen Osten sowie auf Infrastruktur in der Region.
Donyamali erklärte weiter: «Unsere Kinder sind nicht sicher, und grundsätzlich bestehen unter solchen Bedingungen keine Voraussetzungen für eine Teilnahme.» Zudem sagte er, die Angriffe hätten Iran zwei Kriege aufgezwungen und Tausende Menschen getötet.
Auch der Präsident des iranischen Fussballverbands, Mehdi Tadsch, hatte zuvor Zweifel an einer Teilnahme geäussert. «Nach diesem Angriff kann von uns nicht erwartet werden, dass wir mit Hoffnung auf die Weltmeisterschaft blicken», sagte er im iranischen Staatsfernsehen.
FIFA-Präsident Gianni Infantino erklärte hingegen, US-Präsident Donald Trump habe bekräftigt, dass die iranische Mannschaft beim Turnier willkommen sei. Die Weltmeisterschaft findet vom 11. Juni bis zum 19. Juli in den USA, Kanada und Mexiko statt. Iran hatte sich als erstes Team für das Turnier qualifiziert.