Der Nationalrat schützt verurteilte ausländische Gewalttäter, Frauenschläger und Vergewaltiger, wie wir gestern hier berichtet haben. An Unernsthaftigkeit und Heuchelei im Umgang mit häuslicher Gewalt ist das kaum zu überbieten. Oder doch?
Das Heuchler-Ranking in Bundeshaus führen die SP-Nationalrätinnen Priska Seiler Graf und Jessica Jaccoud an, die sich gleich mit zwei Vorstössen an gesetzestreuen Waffenbesitzern abarbeiten. Sie fordern zur Prävention von häuslicher Gewalt die pauschale Einziehung von Ordonnanzwaffen, sofern diese nicht regelmässig benutzt werden, sowie die automatische Beschlagnahme bei «konfliktbelasteten Trennungen».
Valentin Flauraud/Keystone, Peter Klaunzer/Keystone
Die gemeinnützige Gesellschaft Pro Tell, die sich für eine freiheitliche Waffengesetzgebung und Waffenrechtspraxis einsetzt, will sich das nicht bieten lassen. Sie fordert, dass die Bundesverfassung respektiert und die Eigentumsrechte gewahrt bleiben. Es müsse Schluss sein mit dem Generalverdacht gegen Waffenbesitzer, heisst es in einer Petition.
«Wir nehmen es nicht hin, dass gesetzestreue Bürger unter Generalverdacht gestellt werden, während gleichzeitig offenbar der politische Wille fehlt, bei tatsächlichen Gewaltstraftätern konsequent durchzugreifen», sagt Pro-Tell-Geschäftsführer Alessandro Orlando.