AfD-Chefin Alice Weidel fordert offenbar personelle Konsequenzen aus der sogenannten Filzaffäre in der eigenen Fraktion und drängt auf Rücktritte. Wie die Bild-Zeitung berichtet, forderte sie ihren Vize im Fraktionsvorstand, Stefan Keuter, zum Rücktritt auf, weil dieser seine Freundin angestellt hatte. Keuter weigerte sich demnach, seinen Posten niederzulegen. Er habe nun bis kommenden Montag Zeit, über Konsequenzen nachzudenken. Zudem solle der Bundestagsabgeordnete Jan Wenzel Schmidt die Fraktion verlassen, hiess es aus der Fraktionsführung.
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Aus dem Umfeld Weidels wurde der Zeitung bestätigt, die Rücktrittsforderung sei «unmissverständlich geäussert» worden. Ein Fraktionssprecher dementierte dies. In der Partei gibt es seit Wochen Berichte über familiäre Verflechtungen und mögliche Vetternwirtschaft.
Fraktionsmanager Bernd Baumann erklärte der Zeitung: «Wenn die anderen Parteien bereit sind – auch innerhalb dieses vollends legalen Bereiches –, auch Liebes- und Verwandtschaftsbeziehungen bei ihren Fraktionsmitarbeitern zu untersuchen, dann können wir gerne über eine solche Gesamtuntersuchung reden.» Weiter sagte er: «Wir sind auch gerne bereit, die Gesetze für Fraktions- und Abgeordneten-Mitarbeiter zu verändern, die dann für alle gelten.»
Am Montag beraten unter Leitung von Weidel und Co-Parteichef Tino Chrupalla sowohl der Fraktionsvorstand als auch der Bundesvorstand über die Vorwürfe.