Die BBC steht derzeit massiv in der Kritik. Zu Recht. Sie hat Trumps Rede vom 6. Januar 2021 irreführend zusammengeschnitten, wie der Telegraph berichtete. Nach Kritik folgten Untersuchungen und Rücktritte in der Chefetage. Aber was ist mit den Öffentlich-Rechtlichen in Deutschland? In der SWR-Dokumentation «Sturm auf das Kapitol», die in der ARD ausgestrahlt wurde, findet sich ein ähnlicher Fall. Denn mit Schwäche werdet ihr euer Land niemals zurückerobern. Ihr müsst Stärke zeigen. Wir werden kämpfen, auf Teufel komm raus. Denn wenn ihr das nicht tut, werdet ihr kein Land mehr haben. Trump hat dies in dieser Länge nie so gesagt. Hier wurden zwei Zitate, die in Wirklichkeit rund eine Stunde getrennt sind, fast nahtlos hintereinander geschnitten. Ohne zeitliche Einordnung. Schauen Sie. Denn mit Schwäche werdet ihr euer Land niemals zurückerobern. Ihr müsst Stärke zeigen. An dieser Stelle setzt die Redaktion des SWR einen Schnitt. Weil der Zuschauer Trump aber nicht im Bild sieht, ist es unklar, ob seine nächste Aussage dazugehört. Dazwischen sagt Trump den entscheidenden Satz. Denn das SWR aber rausschneidet. Der Beitrag setzt 50 Minuten später in Trumps Rede wieder ein. Wir werden kämpfen, auf Teufel komm raus. Denn wenn ihr das nicht tut, werdet ihr kein Land mehr haben. Das SWR schreibt uns, der Beitrag solle anhand von O-Tönen Beteiligter und Beobachter die Chronologie der Ereignisse nachziehen und diese mit entsprechenden Bildern belegen und veranschaulichen. Ein Zeitzeuge, der im Beitrag zu Wort kommt, beschreibe die Reaktion der Trump-Anhänger. Warum genau diese Stellen aus seiner Rede verwendet wurden, wird nicht weiter begründet. Zitat Insofern können wir hier keine Irreführung oder Verkürzung erkennen. Trumps Aufruf, friedlich und patriotisch zu demonstrieren, sei deshalb an dieser Stelle von keiner Relevanz. Man behandelt das Thema des friedlichen Protest später, nach Einblendung der Zeittafel 16.17 Uhr. Doch um 16.17 Uhr war der Sturm längst ausgebrochen. Was Trump damals sagte, war nach Ausbruch der Gewalt. Entscheidend für die Schuldfrage ist jedoch, was Trump vorher sagte. Abschliessend könne das SWR keine Verletzung von journalistischen Standards erkennen.