Grüezi miteinander, ganz herzlich willkommen und einen wunderschönen guten Morgen, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde aus nah und fern. Ich begrüsse Sie zur schweizerischen Ausgabe von Weltwoche Daily, die andere Sicht, unabhängig, kritisch, gut gelaunt am Dienstag, dem 10. März 2000 und... 26 nach Wahlschlappe. Avdili droht mit scharfem Oppositionskurs per Parim. Avdili, gescheiterter Stadtratskandidat und FDP-Präsident, sieht am Tag nach der Niederlage keine strategischen Fehler bei seiner Partei. In Zukunft will er vermehrt gegen wichtige linke Vorlagen angehen. Die FDP, der Staat Zürich, hat einen schwerwiegenden strategischen Fehler gemacht. Und zwar allem voran. Der gescheiterte Spitzenkandidat hat nämlich auf Konfrontation gegenüber der SVP gesetzt, dem grössten bürgerlichen Verbündeten. Das ist für mich immer wieder interessant, dieser Mangel an strategischem, an politischem Denken seitens dieser offensichtlich allzu narzisstisch veranlagten Parteiexponenten. Die sehen vor lauter Wahlplakaten, auf denen ihr Kopf zu besichtigen ist, ausser sich selbst niemanden mehr. Dabei muss doch gerade eine Die FDP, die in den letzten Jahren immer hat federn lassen müssen bei Urnengängen, die mal über 20% war und nun zurückgefallen ist auf deutlich unter 20%. Sie muss sich ja die Frage stellen, warum haben wir eigentlich verloren? Warum ist die SVP immer stärker geworden? Eben weil die SVP bei jenem FDP-Programm weitergemacht oder dieses Programm bewahrt hat, das die FDP seinerzeit aufgegeben hat, nämlich mehr Freiheit und Selbstverantwortung, weniger Staat. Und... An diesem Punkt ist die Zusammenarbeit gefragt und eben nicht die Konfrontation. Und Perparim Avdili, ein Politiker, sagen wir es mal so, mit jetzt nicht besonders ausgeprägtem Sinn für Humor, hat hier sich in einem ziemlich aussichtslosen Kampf verbissen gegenüber jenen Kräften. Es muss einem ja nicht alles passen, es ist ja keine Liebesbeziehung, aber es ist eine Sachbeziehung. Und wenn dann der gleiche gemäss Tagesanzeiger jetzt behauptet, wir haben keinen strategischen Fehler gemacht, dann haben sie eben die Grundlage dafür, warum diese Partei verliert. Weil sie eben nach wie vor auch verlierend, auch wenn es jetzt kleine Zugewinne gegeben hat, auf dem hohen Ross sitzt. Und man muss das einmal nüchtern anschauen, was da passiert ist. Wir sind ja eigentlich jetzt in einer wieder konservativer werdenden Zeit. Es ist nicht der grüne Zeitgeist. Abrin. Zürich ist die Absurdität der Städte, können eben die Grünen überproportional zulegen. Wenn sie in den Parlamenten zurückfallen, legen sie in der Exekutive zu, während die Bürgerlichen, die eigentlich vom Zeitgeist profitieren sollten, im Parlament hinzugewinnen, aber exekutiv nichts nach vorne bringen. Sehen wir übrigens auch bei verschiedenen Gemeinden im Kanton Zürich sehr starke bürgerliche... Vertretung bei den Wahlen, aber in der Exekutive reicht es nicht. Vor allem die SVP wird immer wieder abgestraft. Wir haben das Beispiel Stefan noch etwas analysiert auf der Redaktion gestern. Da beobachten Sie, dass im Grunde ein Zwei-Parteien-System da ist, das zwar die Bevölkerung, eine SVP, stark beansprucht und entsprechend auch die Stimmen abgibt, aber auf der Exekutivstufe bildet sich das nicht ab, Aufgrund eben der quasi sich zusammenlegenden informellen Mehrheit über alle Parteigrenzen hinweg. Also diese Konstellation ist interessant. Aber wenn die Bürgerlichen, wenn die FDP etwas bewegen will, ja dann muss sie auch die Kraft haben, mit dem inhaltlich hier am nächsten stehenden Mitbewerber oder gelegentlichen Gegner, Partner, wie auch immer, mit dem zusammenzuarbeiten. Und da hat natürlich jetzt gerade... der Spitzenkandidat Perpari Maftili, nichts unternommen in die Richtung, beziehungsweise nichts, was hier hätte wahrgenommen werden können. Also das ist etwas, Lokal- und Regionalpolitik, international und natürlich auch für die Schweiz von grösster Bedeutung sind die Turbulenzen, sind die Verwerfungen im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg, vor allem der steigende Ölpreis. Wir haben gestern schon darüber gesprochen, die internationalen Medien hatten das... Bereits vor 24 Stunden an der Spitze der Schlagzeilen, was passiert mit der Weltwirtschaft mit so einem Ölpreis? Das hat natürlich gewaltige Konsequenzen, übrigens interessant, jetzt haben wir doch jahrelang erneuerbare Energien, sogenannte, gepusht. Mit dem Versprechen, mit der Ansage, das würde uns sicherer machen. Natürlich hat man da nie den Zeithorizont eingepreist. Man hat das als Dogma verkündet, selbstverständlich. Die fossilen Energieträger, die sind vorbei, erinnern Sie sich. Man hat Gesetze erlassen, die unsere Nationalbank in der Schweiz zwingen wollten. Auch die Banken, der ganze Finanzplatz wurde zwangsvergrünt. Ja, man darf da nicht mehr in solche Dinge... Geld investieren wie Öl und Gas, das ist vorbei, jetzt kommt ganz was anderes. Da sehen Sie jetzt die fatale Wirkung einer realitätsblinden Gaga-Strategie, dass man sich verrennt in den eigenen Wolkenschiebereien, im eigenen politischen Wahn, in dieser grünen Verblendung. Und verstehen Sie mich richtig, unter grün, wenn ich grün als Umweltbewusstsein, übersetze, dann habe ich ja nichts dagegen. Aber das Problem ist eben, dass im Grünen angelegte marxistisch-antimarktwirtschaftlich-planwirtschaftliche-Moment, wobei eben noch hinzukommt, dass es eine Planwirtschaft ohne Plan ist. Und das sieht man jetzt. Und im Moment redet niemand mehr von erneuerbaren Energien. Vielleicht im Stadtrat von Zürich ist das das ganz grosse Thema. Aber da draussen in der Wirklichkeit ist Null, aber 0,0 die Rede davon. Da dreht sich jetzt alles ums Öl, um die fossilen Brennstoffe. Und Sie sehen ja an diesen ganzen wirtschaftlichen Entwicklungen, diesen Risiken, dass diese europäische und zeitweilig auch amerikanische Verblendung, sich da energiepolitisch als Geisterfahrer in ein grünes Nirwana hinein zu manövrieren, das hat unsere Gesellschaft. gewaltigen Risiken ausgesetzt. Jetzt die Amerikaner, zum Glück ein Trump, hat immer Gegensteuer gegeben, was immer sie von ihm halten. Der hat gesagt, fertig, drill, baby, drill, wir brauchen diese old school Energie. Alles andere ist Luft, ist treibsam, funktioniert nicht, wir müssen zu dem zurück. Er wurde ausgelacht. Jetzt sind aber die Amerikaner in der Position, dass sie energieautark sind, während Europa maximal angeschlagen ist natürlich mit betroffen von dem. Hier sieht man, wie die Wirklichkeit den Leuten eine ganz harte Lektion gibt. Offensichtlich war das nötig, denn sonst hätte man sich da weiterhin davon geträumt. Also dieser Krieg im Nahen Osten, das ist natürlich jetzt die grosse Frage, wie lange geht das? Haben sich die Amerikaner, die Israeli, verkalkuliert? Trump hat in der Nacht auf heute gesagt, der Krieg dauere nicht mehr lange. Iran militärisch entwaffnet, kann nichts mehr passieren. Die Strasse von Hormuz sei offen. Es würde Schlimmes passieren, wenn die Iraner da Schiffe beschissen würden. Es gibt eine Ausweitung. Iranische Transporter sind vor der Küste Sri Lankas abgeschossen worden. Die Iraner schlagen offensichtlich nach wie vor ziemlich wild um sich. Es werden auch verschiedene Regionen getroffen. Zypern ist zum Beispiel auch in Mitleidenschaft getroffen worden. mit der interessanten Erkenntnis, dass die Royal Navy und die Royal Air Force auch schon bessere Tage hatten. Also ist schon erschreckend, wie nackt man verteidigungsmässig dasteht auf Seiten Europas. Sie erinnern sich vielleicht, am Tag des Einmarsches der Russen in der Ukraine habe ich einen Artikel veröffentlicht, der allerdings zwei Tage vor dem Einmarsch geschrieben wurde, aber den könnten Sie eins zu eins nochmal abdrucken. Und dort habe ich gesagt, vielleicht ist Putin... der Realitätsschock, den der Westen braucht, um von seinen Lebenslügen aufzuwachen. Und eine dieser Lebenslügen ist die Vernachlässigung der eigenen Verteidigungsfähigkeit, nicht Kriegstüchtigkeit, wie sie jetzt in Deutschland sagen. Immer etwas übertrieben natürlich, die Deutschen, das klirrt dann manchmal da ins etwas Ungemütliche hinein, wenn Politiker sich da dermassen strammstehend auf irgendein Thema versteifen. Aber dass man die Armeen in Ordnung bringt, das ist... überfällig und Sie sehen es natürlich jetzt in Grossbritannien. Ich glaube eben, dass ein Teil der Panik, auch der Realitätsunfähigkeit, nüchtern und vernünftig zu reagieren, hat eben auch damit zu tun, dass wir unsere Verteidigungsfähigkeit ganz massiv vernachlässigt haben. In der NZZ ist mir ein Text aufgefallen, heute Morgen, die Schweiz habe Geopolitik, der Schweiz fehlt eine strategische Kultur. Da musste ich schwunzeln. Das sagen jetzt gerade die Richtigen. Ich meine, wer hat in den letzten Jahren die Neutralität publizistisch unter Dauerbeschuss genommen? Und die Neutralität ist nun das geostrategische, geopolitische Zentralinstrument der Schweiz. Haltet euch aus fremden Kriegen raus. Ist ja nicht so schwer zu begreifen, was das eigentlich ist. Und dass es vielleicht nicht hilfreich ist, sich auch an Wirtschaftskriegen zu beteiligen. noch mehr Sanktionen gegen Russland auszusprechen als die Europäische Union. Man glaubt es kaum. Also hier quasi der Zwerg, der sich mit der Atommacht anlegt. Warum eigentlich? Wozu? Haben uns die Russen jemals irgendetwas zu leide getan? Wenn ja, was? Und wenn nein, warum führen wir dann Krieg gegen Russland? Das ist strategische Kultur, über solche Grundfragen einmal zu reden. Aber wer hat... Allen voran diese Fragen im Gestus heiliger Empörung und heiliger Selbstsicherheit weggewischt. Natürlich unsere lieben Freunde von der NZZ, die ja die neutralitätspolitische Tradition dieser Zeit über Bord geworfen haben. Aber jetzt... Ist man sozusagen wieder zuvorderst auf den Balkon in der Diagnose, ja, wir haben keine strategische Kultur, nachdem man sie eigentlich selber beseitigt hat, beziehungsweise publizistisch, schreibend vernebelt. Oder man muss es vielleicht so formulieren, diese strategische Kultur, die sich eben auf das Instrument der Neutralität ziemlich konzentrieren lässt, genau das unter Beschuss zu nehmen. Nein, meine Damen und Herren, die Schweiz muss zurück zu dieser Neutralität. Und es ist schlicht Wahnsinn und Dummheit, strategische Dummheit, dass FDP, der freisinnige Aussenminister, man muss ja auch mal die Parteizugehörigkeit ansprechen, Ignacio Gassis, einen Vertrag unterschreibt mit EU, der Aussenbeauftragten Kaya Kalas, deren Vorfahren von den Sowjets in den Gulag gesteckt wurden. Ich kann verstehen, dass da eine andere Einstellung gegenüber Russland, dem Rechtsnachfolger der Sowjetunion, da ist. als in der Schweiz. Aber das ist ja der Witz heute. Das ist die Pointe, dass man eben die eigenen nationalen Interessen berücksichtigen muss. Und dumm ist, wer die nationalen Interessen anderer unreflektiert sich zu eigen macht. Und dass der Bundesrat hier wirklich, also das ist beängstigend, wie man sich hier im Sinne einer selbsterfüllenden Prophezeiung Der NATO um den Hals wirft, der EU um den Hals wirft, die EU ist Kriegspartei, dezidierte Kriegspartei. Die NATO steht faktisch in einem Stellvertreterkrieg unter Beteiligung auch von Abgesandten, nicht offiziell, aber NATO-Staaten haben ihre Leute in der Ukraine, mit Russland. Da muss sich die Schweiz raushalten, das ist die strategische Kultur, das ist die Geopolitik. Und allen voran haben da die Journalisten versagt und die Politiker, die ja... Ihre Schwäche dadurch dokumentieren, dass sie einfach das machen, was bestimmte Mainstream-Zeitungen schreiben, sind in dem Sinn einfach im gleichen Fahrwasser unterwegs. Also die strategische Kultur, dieses hochgestochene Wort, zurück zur Neutralität. Und zwar zur umfassenden, zur immerwährenden und zur bewaffneten. Und umfassend heisst, auch Wirtschaftssanktionen sind betroffen. SRG Nachbarn Nachwehen der SRG-Initiative. Die Mitarbeiter der Fernsehstation trumpfen jetzt schon wieder sehr überheblich und selbstbewusst auf. Wir hören das. Was fällt denn da dem Bundesrat Rösti ein? Jetzt doch die Gebühren senken zu wollen. Wir haben ja gewonnen. Jetzt plötzlich gibt es keinen Sparbedarf mehr. Da treten aus verschiedenen... Schattenregionen bisher nun Exponenten, auch ehemalige SRG-Exponenten in Erscheinung, um sozusagen alles ins Gegenteil zu verdienen. Nein, also Sparen, das könnt ihr vergessen. Jetzt erst recht nicht mehr, vermutlich will man jetzt noch ausbauen, noch grösser werden. 6'000 Mitarbeiter hat die SRG, 6'000 beurteilen sie selber, was die da rausbringen. Und dieses Gejammer, dass man nicht sparen kann, das ist einfach lächerlich als Unternehmer. sind sie permanent konfrontiert damit, ihre Kosten zu optimieren. Aber diese Monopolbetriebe, die gar nicht zugeben wollen, dass sie faktisch staatlich geschützte Monopole, Ziergärten und geschützte Werkstätten sind, die sind selbstverständlich unfähig, auch nur einen Rappen einzusparen. Und das ist beelendend. Und auch da wieder ist mir aufgefallen, in einigen Zeitungen, nicht zuletzt in der NZZ wird das heute Morgen beanstanden. Ich will mich da jetzt nicht auf die NZZ kaprizieren, aber das fällt schon auf. Wenn die NZZ hat diese Halbierungsinitiative bekämpft. Sie hat dagegen argumentiert. Und jetzt beschwert sich die gleiche Zeitung ein paar Tage später, das ist also schon etwas arrogant, wie da die SRG auftritt. Eine Arroganz, die man ja selber befeuert hat, indem man diese vernünftige Initiative bekämpft hat. Nun allerdings die Frage, die sich die SVP stellen muss, die ja nicht alleinige oder Urheberin dieser Initiative war. Das war ja ein Gemeinschaftswerk, Jungfreisinniger Gewerbeverband und SVP. Die SVP hat das dann aber... sehr stark auch nach vorne vertreten. Und jetzt in der Betrachtung, warum ist man nicht durchgekommen, hört man Analysen, das habe eben damit zu tun, dass der Medienminister Albert Rösti mit seiner bereits angekündigten Gebührensenkung von 335 auf 300 Franken der Initiative den Wind aus den Segeln genommen habe. Da muss man sich natürlich fragen, wenn das so ist, jetzt im Rückblick, warum hat die SVP diese Initiative nicht zurückgezogen, beziehungsweise warum ist es dieser Dreiergruppe nicht gelungen, aus dem Schritt, den man jetzt entsprechend bewertet, des Bundesrats, damals die richtigen Schlüsse gezogen zu haben. Diese Frage ist zu klären. Und das Zweite in diesem Zusammenhang. Hat sich eigentlich die SVP einen Gefallen getan mit dieser Initiative? Jetzt, ich finde sie richtig. Auch gut, dass man darüber diskutiert hat, wie das Ganze läuft und wie die SRG positioniert ist. Was ist ihr Auftrag? Wie viel Geld verbrennt sie, verschlingt sie? Hanker um, jetzt aus parteipolitischer Sicht muss man sich fragen, aber das wird auch erst jetzt post festum klar. Vorher sind wir auch nicht drauf gekommen. Damit hat man natürlich auch die Gegner mobilisiert. Dieser gewaltige Resonanzkasten SRG, ein linksgrüner Echoraum. Darum hat die SP über 2 Millionen Franken, nein Entschuldigung, 1,6 Millionen Franken, plus dann noch die weiteren linken Organisationen, über 2 Millionen Franken hineingepumpt. Das sind natürlich gewaltige Summen. die man nicht ausgeben würde, wenn das nicht der Haussender der Rotfunk wäre. Und mit diesem Angriff auf die SRG ist eine gewaltige Mobilisierung auch verbunden gewesen, die vielleicht auch rübergeschwappt hat auf Themen wie Individualbesteuerung und anderes. Und jetzt als Hauptprobe für die nächsten Schlachten. 10 Millionen Schweiz, Neutralitätsinitiative, das sind so strategische Fragen, die man sich... Stellen muss, auch hat die SVP wirklich mit letzter Entschlossenheit für diese Initiative gekämpft, der Halbierung? Oder sind eben auch nicht viele SVP-Politiker am Schluss dankbar, dass sie in der SRG gelegentlich eine Plattform haben? Natürlich wird ihnen nicht der Teppich ausgerollt wie einer Jacqueline Badran, einer inoffiziellen Mitarbeiterin, IM, Mozart, Kugel sozusagen, dieser SRG ist. Aber man hat trotzdem immer wieder Auftritte. Und das ist ja klar, Politiker wollen ins Fernsehen, sie drängen ins Fernsehen, viele existieren nur im Fernsehen. Und deshalb sind hier schon noch ein paar interessante Fragen im Raum, die sich diese Partei stellen muss. Hat sie sich da eigentlich selber ins Knie geschossen? Wahlsensation. Cem Özdemir. Wie grün ist der grüne Ministerpräsident von Baden-Württemberg? Das ist schon eine Gewaltschlappe. eigentlich für die CDU, dass sie in diesem Zeitgeist nicht profitieren kann und den Vortritt einem grünen Paleo-Politiker eigentlich geben muss. Der, ja klar, smart, ein Shootingstar im Grunde seiner Partei, aber eben auch einer, der mal einen Absturz erlebt hat mit der Bonus-Meilen-Affäre, dass der sich dann durchsetzt gegen den CDU-Kandidaten, das müsste doch eigentlich da dem Chef in Berlin die Augen öffnen, dem Friedrich Merz. Aber... Manchmal braucht es ein bisschen länger, bis das die Politiker realisieren. Morettis werden der Geldwäsche verdächtig, möglicher Finanzbetrug im Fall Cromontana. Da kommen ja unglaubliche Details ans Licht. Ein Ponzi-Schema, ein Schneeballsystem sei da installiert worden mit unüberblickbaren Krediten, die auf anderen Krediten aufgenommen worden seien. Eine ganze Corona von illustren Gestalten involviert. Wir sind gespannt, was da noch herauskommt. und der Dorfkönig Ferro. «Müsse abdanken», schreibt der Blick. Es ist ja interessant. Ich habe ja nach den ersten Medienkonferenzen hier eine, sagen wir mal, etwas Wutsendung gemacht, über dieses ganze Debakel in Grand Montana. Allerdings entgegen da einigen völlig unqualifizierten Kommentaren aus der Roman, die habe ich gerade nie den Kanton Wallis integral an den Pranger gestellt, das ist dummes Zeug. Aber auf schärfste Kritik, dieser Gemeindepräsident, der muss angeklagt werden, es geht gar nicht anders. der trägt eine Mitverantwortung. Wenn so etwas passiert, das ist kriminell, wenn 40 Menschen sterben, wenn nicht evakuiert werden kann, wenn, und das zeigt sich jetzt hier offensichtlich, einfach vom Resultat her gesehen, derartiges passiert, dann kann nicht eine Staatsanwältin wie eine Moderatorin auf einem Podium sitzen. Wir haben das hier ja alles ziemlich durchdekliniert. Und es ist schon interessant, wie sich eigentlich diese... Intuitionen und Annahmen, die ja viele von ihnen auch hatten, als sie das gesehen haben. Es ist ja nicht so, dass das eine weltmeisterliche Leistung gewesen wäre, das vorauszusehen. Aber dass sich das jetzt in dieser Art und Weise bestätigt, ist schon noch bemerkenswert. Auch die, da wusste ich natürlich wenig, das hat sich erst in vielleicht einigen Facetten angekündigt, das ist doch etwas sehr Extravagante bis Schummrige. Geschäftsgebaren jetzt dieser korsischen, französischen Barbetreiber da im Kanton Wallis. Wir sind sehr gespannt, was da noch herauskommt. Dann, Happy Birthday Sepp Platter. Er wird heute 90 Jahre alt. Der FIFA-Impresario, der lebenslange Präsident, der meines Erachtens zu sehr hadert. Mit diesen Konflikten, die 2015, also vor elf Jahren, dazu geführt haben, dass er sein Amt zur Verfügung gestellt hat, hat Sepp Blatter betont, ich bin nie zurückgetreten, ich habe mein Amt zur Verfügung gestellt, weil die Amerikaner dermassen Druck gemacht haben. Sie sagten damals, wenn Blatter im Amt bleibt, dann wird die FIFA zur kriminellen Organisation erklärt. Eine typisch amerikanische, maximal invasive Hauruck- und Cowboy-Übung, rechtsstaatlich hochgradig fragwürdig. Wir haben damals intensiv darüber gesprochen. Ich war in deutschen Talkshows, habe mich da mit Kollegen angelegt und gesagt, bringen Sie mal einen Beweis hier, dass Sepp Blatter persönlich korrupt sei. Das wird einfach so behauptet, das sind Offizialdelikte. Da wurde ja auch ein gewaltiges Theater abgezogen und am Schluss freigesprochen. Wenn dann die Gerichtshöfe der Moral nicht mehr tagen, dann verzieht sich der Pulverdampf. Und Sepp Platter, damals natürlich auf der Abschussliste der Medien, ich glaube, man darf schon sagen, dass unsere Zeitung die einzige gewesen ist, die den Mut gehabt hat, hier auch Gegensteuer zu geben und zu sagen Entschuldigung. Also Sepp Platter, der damalige FIFA-Präsident, ist doch auch ein Genie in dem, was er hingekriegt hat, wie er diese Rolle interpretiert hat. Und anstatt, dass wir Schweizer uns immer die Schuhe daran abputzen. Und irgendwo das Haarbüschel in der Suppe suchen oder die Wimper in der Suppe suchen, müsste man doch auch mal anerkennen, was hier geleistet wurde. Aber mich hat das immer frappiert, auch zum Teil fasziniert, diese Vehemenz, mit der sich ja ganze Journalistenlegionen eingeschossen haben, auf diesen Rohrschachttest FIFA, was sie da alles hineinprojiziert haben. Ich hätte mir gewünscht, dass man politischen... gewissen politischen Entwicklungen und staatlichen Auswucherungen und Phänomenen sich mit vielleicht nur annähernd dieser kritischen Energie gewidmet hätte. Aber nein, diese FIFA, da ist also alles zusammengekommen. Neid, Missgunst, berechtigte journalistische Skepsis, aber dann auch ein völlig überschiessender Moralismus, der hinten und vorne nicht verhebt hat. Selbst Platter. bleibt ein grossartiger Botschafter seines Sports, ein Networker, vielleicht einer der, das haben wir damals besprochen, über sein Verfalldatum hinaus zu lange FIFA-Präsident geworden ist. Die Kunst des Loslassens. Das ist jetzt bei allen Fähigkeiten, die er hat, möglicherweise nicht unbedingt seine primäre Hauptqualität. Und jetzt kämpft er nach wie vor. Um sein Erbe, um sein Lebenswerk, auch um die Anerkennung mit den heutigen FIFA-Obern, da toben immer noch hässliche Auseinandersetzungen. Ziemlich schwierig, von aussen festzustellen, wer wie wo was macht. Ich bin ein FIFA-Befürworter. Es braucht solche Verbände. Und es ist auch wichtig, dass sie aus der Schweiz heraus operieren. Da spricht hoffentlich nicht nur der ehemalige Sportjournalist in mir aus diesen Worten. Sepp Blatter, heute wird er 90 Jahre alt, ein Schweizer mit vielen Verdiensten, ein Patriot, der auch sehr viele Diensttage in der Schweizer Armee geleistet hat, der sehr viel gemacht hat für das Ansehen unseres Landes, der einer Organisation vorgestanden hat, die natürlich aufgrund ihrer Beschaffenheit auch die ganze Realität und Wirklichkeit der Welt abbildet. Die Welt ist rund. Und der Ball ist es auch und die FIFA hat mehr Mitglieder als die UNO. Und die allzu menschlichen Eigenschaften bilden sich selbstverständlich auch in so einer Organisation ab. Über weiteste Strecken seiner Laufbahn hat nach meiner Beurteilung Sepp Platter das ganze Virtuos. gemanagt und hat hier dieses auch fragile Gleichgewicht in der Balance halten können. Dann sind Kräfte entstanden, vielleicht auch durch eigene Fehler, aber sicherlich Kräfte hat halt ein Präsident die Verantwortung, muss man auch den Kopf hinhalten für vieles zu Unrecht, das ist halt das Wesen der Verantwortung, auch wenn man selber nicht direkt Schuld trägt an bestimmten Verwicklungen, aber das ist das Wesen der Verantwortung. Auf jeden Fall wünschen wir Sepp Blatter von Herzen alles Gute, Und auch den Frieden sozusagen mit seiner gewaltigen Lebensleistung. Auch wenn da manche vielleicht nicht ihm die Kronen aufsetzen, die er nach subjektiver Einschätzung vielleicht verdient hätte. Aber ja, mit 90 Jahren und jetzt noch die letzte Wegstrecke bis 100. Und wir hoffen auch in dieser Sendung ihm zum 100. dann gratulieren zu können. Alles Gute, lieber Sepp Blatter. Bleiben Sie... Wer Sie sind und seien Sie sich der Tatsache gewiss, dass es viele Schweizer gibt, die ihre Lebensleistung bewundern, auch wenn das nicht immer so deutlich ausgesprochen wird wie in diesem Programm. So, jetzt bevor mir die Tränen kommen, verabschiede ich mich. Ihnen einen schönen Tag, einen guten Start weiterhin oder eine Fortsetzung des guten Starts in diese nach wie vor leider turbulente und kriegerische Woche. Machen wir das Beste daraus. Entschuldigen Sie, bevor Sie dieses Video nun wegklicken, was Sie eben gesehen haben, diese Art von Journalismus, die gibt es eigentlich in dieser Form fast nicht mehr auf dieser Welt. Rede und Gegenrede, die andere Sicht beleuchten, das ist die Weltwoche unabhängig, kritisch und ja, auch gut gelaunt, weil wir eben glauben, dass selbst in den schlimmsten Abgründen immer irgendwo ein Lichtblick liegt. Wir beleuchten, was andere weglassen. Wir sprechen mit jenen, mit denen sich sonst... niemandem zu unterhalten getraut. Wir schreiben, was ist. Abonnieren Sie daher die Weltwoche. Jedes Abo ist eine Liebeserklärung an die Meinungsvielfalt. Denn unabhängiger Journalismus funktioniert eben nur mit unabhängig kritischen und vielleicht auch gut gelaunten Lesern. Sie sind der Grund, warum wir machen können, was wir eben machen. Alle Abo-Optionen finden Sie auf unserer Website www.weltwoche.de sowohl für Print als auch digital und maßgeschneidert auch für Deutschland. Und wenn Sie bereits Abonnent sind, dann möchte ich mich an dieser Stelle einfach mal bei Ihnen bedanken und wünsche Ihnen nun viel Vergnügen beim nächsten Video.