Warum Israels Waffenexporte trotz internationaler Kritik florieren – und europäische Staaten nicht auf Rüstungstechnologie aus Tel Aviv verzichten wollen
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Warum Israels Waffenexporte trotz internationaler Kritik florieren – und europäische Staaten nicht auf Rüstungstechnologie aus Tel Aviv verzichten wollen

Ist es zu verantworten, in Israel angesichts des Gaza-Kriegs Waffen einzukaufen? Diese Frage treibt zahlreiche Politiker um, auch in der Schweiz. Dass Armasuisse mehrfach Tests mit israelischen Drohnen auf den besetzten Golanhöhen durchgeführt hat, verstosse gegen die Neutralitätspolitik, kritisieren linke Politiker. SP-Nationalrat Fabian Molina betrachtet die Kooperation zwischen einem israelischen Rüstungskonzern und dem VBS für «grundsätzlich unzulässig», weil sich Israel im Krieg befindet.

Xinhua News Agency
Image #: 13846102 (110410) -- ASHKELON (ISRAEL), April 10, 2011 (Xinhua) -- Israeli Prime Minister Benjamin Netanyahu (C) walks with troops during his tour of one of the Iron Dome batteries in Ashkelon, Israel, April 10, 2011
Xinhua News Agency

Molina ist nicht allein. In Spanien hat Pedro Sánchez einen Vertrag über den Kauf von Munition einer israelischen Firma annulliert. Ab Ende 2023 verweigerte Spanien zudem Schiffen, die israelische Waffen transportieren, das Anlegen. In Deutschland haben sich Bündnis 90/Die Grünen öffentlich gegen den Kauf von Waffen aus Israel ausgesprochen. Frankreich erschwerte im letzten Jahr israelischen Firmen die Teilnahme an Rüstungsmessen.

Und doch: Im Jahr 2024 verkaufte Israel mehr Waffen ins Ausland als je zuvor. Laut offiziellen Angaben erreichten die Waffenexporte mit 14,8 Milliarden US-Dollar einen neuen Höchststand – mehr als der bisherige Rekordwert von 13 Milliarden US-Dollar im Vorjahr.

Trotz heftiger internationaler Kritik und politischem Druck bleibt Israel ein gefragter Rüstungslieferant – insbesondere auch für europäische Länder, die angesichts geopolitischer Unsicherheiten auf israelische Technologie setzen. Gute Kunden sind etwa Polen, Tschechien, Rumänien und Finnland. Israel hat zudem neue Märkte in Asien, Afrika und Lateinamerika erschlossen.

Die israelische Rüstungstechnologie boomt, weil sie im Bereich der Luftverteidigung als führend gilt. So erwartet Deutschland die Lieferung von Arrow-Raketenabwehrbatterien aus Israel, die als Teil eines 4,3-Milliarden-Dollar-Vertrags im September 2023 bestellt wurden. Etwa eine Woche nachdem das israelische Verteidigungsministerium bestätigt hatte, dass das neue Luftabwehrsystem Iron Beam Dutzende von Hisbollah-Drohnen erfolgreich abgefangen hat, kündigte sein Entwickler und Hersteller, Rafael Advanced Defense Systems, an, dass er das System auf der Pariser Luftfahrtausstellung in Le Bourget, die am 16. Juni eröffnet wird, zum ersten Mal öffentlich vorstellen wird.

Im vergangenen Jahr, als Iran Israel zwei Mal mit Raketen und Drohnen angriff, war die Verteidigung ein aussergewöhnlicher Erfolg. Es gab keine grösseren Verluste an Menschenleben oder Infrastruktur, trotz des enormen Umfangs des Angriffs.

Auch im Iran-Krieg sieht die Bilanz bisher positiv aus, obwohl es bei Tel Aviv und Haifa zu Toten und Schäden gekommen ist.

Die Geschosse werden meistens abgefangen – aber manchmal entgehen der Luftabwehr ein oder zwei ballistische Raketen aus Iran. Die können dann richtig viel Schaden anrichten und leider auch Menschen töten.

Waffen, meint ein Schweizer Experte, müssen eben bei jenen gekauft werden, bei denen sie sich im Krieg bewährt haben.

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