Viele Menschen flüchten aus der Ukraine, nur wenige reisen ein. Einer von ihnen ist Weltwoche-Journalist Kurt Pelda. Wie er die Lage in der Hauptstadt Kiew erlebt. Das Interview
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Viele Menschen flüchten aus der Ukraine, nur wenige reisen ein. Einer von ihnen ist Weltwoche-Journalist Kurt Pelda. Wie er die Lage in der Hauptstadt Kiew erlebt. Das Interview

Matthias Ackeret: Herr Pelda, Sie befinden sich momentan in der Ukraine. War es für Sie schwierig, in das Land hineinzukommen?

Kurt Pelda: Ich bin mit dem Flugzeug nach Warschau geflogen und von dort mit dem Taxi zur Grenze. Über die Grenze bin ich zu Fuss, es gab da nicht viele Formalitäten. Also eine sehr einfache Sache.

Viele Menschen flüchten aus der Ukraine, nur wenige reisen ein. Einer von ihnen ist Weltwoche-Journalist Kurt Pelda. Wie er die Lage in der Hauptstadt Kiew erlebt. Das Interview

Ackeret: Wo treffen wir Sie an?

Pelda: Im Moment bin ich in der Hauptstadt Kiew.

Ackeret: Kamen Sie bereits mit kriegsähnlichen Situationen in Berührung?

Pelda: Die Ukraine ist ein sehr grosses Land. Im Moment konzentriert sich der Krieg auf drei bis vier Städte. Im ganzen Westen des Landes ist es grösstenteils ruhig. Das kann sich aber jederzeit ändern.

Ackeret: Wie muss man sich Ihre Tätigkeit vorstellen? Wurden Sie in Ihrer Arbeit bereits behindert?

Pelda: Bei der Arbeit als Kriegsberichterstatter geht es immer zuerst um die eigene Sicherheit und die der Begleitpersonen. Bis jetzt haben mich ukrainische Offizielle nie behindert, im Gegenteil. Uniformierte und Zivilisten tun alles, um meine Arbeit zu unterstützen. Allerdings muss ich betonen, dass ich nicht embedded bin, ich konnte bisher immer vollkommen unabhängig berichten.

Ackeret: Haben Sie Kontakt mit anderen Journalistinnen und Journalisten, die sich in der Ukraine befinden?

Pelda: Derzeit habe ich kaum Kontakt mit anderen Kriegsberichterstattern. Aber ich habe schon ein paar Anfragen erhalten, damit ich Reisewilligen mit Tipps helfe.

Ackeret: Zu Ihrer Einschätzung vor Ort: Kommt es zu einem baldigen Frieden zwischen Russland und der Ukraine?

Pelda: Von einer Friedenslösung sind wir weit entfernt. Ernsthafte Gespräche wird es wohl erst geben, wenn eine der Seiten stark unter Druck gerät. Das können durchaus auch die Russen sein. Dieser Krieg gegen ein Brudervolk ist in Russland wohl kaum populär. Wenn die eigenen Verluste steigen und zugleich immer mehr Bilder von zerstörten Wohnvierteln und getöteten Zivilisten kursieren, könnte es für Putin schwierig werden. Die Ukraine ist nicht Syrien.

Ackeret: Wie schätzen Sie die Gefahr eines Nuklearschlages ein?

Pelda: Die Gefahr eines Atomkriegs schätze ich nicht höher ein als zum Beispiel in der Kuba-Krise 1962. Das Gleichgewicht des Schreckens hat seit vielen Jahrzehnten bestens funktioniert und alle atomaren Ambitionen in Schach gehalten. Ich sehe nicht, was sich an dieser Situation geändert haben soll. Ich kann aber auch falsch liegen.

Ackeret: Wie geht es für Sie weiter? Was sind Ihre Pläne?

Pelda: Aus Sicherheitsgründen möchte ich nichts zu meinen Plänen sagen.

Ackeret: Was war für Sie bis jetzt das eindrücklichste Erlebnis?

Pelda: Am eindrücklichsten ist für mich bis jetzt die unglaubliche Hilfe, die Ukrainer für mich leisten, dabei kennen sie mich oft nur über die sozialen Medien oder real erst seit wenigen Tagen. Ein junger Mann sagte mir, dass die Welt sein Land jetzt so entschieden unterstütze. Da wolle man gerne Leuten helfen, die von aussen kommen, um über den Krieg zu berichten. Ebenso beeindruckt hat mich die Solidarität unter den Ukrainern und vor allem mit den Flüchtlingen. Und die Bereitschaft vieler junger Menschen, Männer und Frauen, alles liegen und stehen zu lassen, um sich bewaffnen und trainieren zu lassen.

Das Interview führte Persoenlich-Chefredaktor Matthias Ackeret. Es erschien am Mittwoch im führenden Medienbranchendienst Persoenlich.com

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