Von der Pfalz aus in den Krieg: Wie deutsche US-Basen stillschweigend Teil der neuen Angriffswelle gegen den Iran werden
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Von der Pfalz aus in den Krieg: Wie deutsche US-Basen stillschweigend Teil der neuen Angriffswelle gegen den Iran werden

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Von der Pfalz aus in den Krieg: Wie deutsche US-Basen stillschweigend Teil der neuen Angriffswelle gegen den Iran werden
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Dieser Kommentar wurde erstmals am 3. März 2026 auf dem Portal Nachdenkseiten veröffentlicht. 

«Trump kündigt neue grosse Angriffswelle gegen Iran an» – das ist der Aufmacher meiner Tageszeitung vom 3. März 2026. Daneben sind sinnigerweise auch die Grosseltern von Donald Trump abgebildet. Sie stammen aus meiner Nachbarschaft, aus Kallstadt am nördlichen Ende der Pfälzer Weinstrasse. Kanzler Merz hat vor, bei seinem Besuch in Washington mit der Geburtsurkunde dieser friedlichen Leute zu punkten. Wahrscheinlich spricht der Bundeskanzler bei dieser Gelegenheit aber nicht an – und beklagt es auch nicht –, dass zur neuen US-Angriffswelle mit Sicherheit auch Flugzeuge und Drohnen gehören, die von der pfälzischen Heimat der Grosseltern des heutigen US-Präsidenten gestartet sind beziehungsweise von dort aus gesteuert werden.

Thomas Frey/DPA/Keystone
Rheinland-Pfalz: Ein Transportflugzeug der US Air Force startet am 2. März 2026 von der Air Base Ramstein.
Thomas Frey/DPA/Keystone

Bei schönem Wetter kann ich beim Blick aus dem Fenster in Pleisweiler (Südpfalz) immer wieder Flugzeuge beobachten, die von Nordwest nach Südost fliegen – vermutlich auch solche vom pfälzischen Ramstein und von Spangdahlem in den Nahen und Mittleren Osten.

Wir hier und auch der Bundeskanzler in Berlin werden über diese Flüge nicht informiert und schon gar nicht um Erlaubnis gefragt. Sie starten auf deutschem Boden, ihre tödliche Last trifft Menschen in anderen Ländern – ohne unsere Zustimmung. Und das 81 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg. Und unentwegt. Und immer wieder.

Die USA haben – zusammen mit anderen Völkern, einschliesslich der Sowjetunion – uns 1945 von den Nazis befreit. Das ist verdienstvoll, und dafür waren auch alle, die nicht Nazis waren, dankbar. Aber die Befreiung von 1945 kann fast ein ganzes Jahrhundert später nicht als Begründung dafür herhalten, von hier aus in anderen Ländern militärisch zu intervenieren, dort Städte und Wohnungen zu zerstören und viele Menschen zu töten.

Das sehen tonangebende Menschen in unserem Umfeld offenbar ganz anders. Im zweiten grossen Artikel auf der Frontseite der zuvor schon erwähnten Rheinpfalz singt der Chefredakteur des Blattes eine Lobeshymne auf die Präsenz des US-Militärs in der Pfalz. Überschrift und Unterüberschrift lauten:

In Ramstein sind sie «wachsam» – US-Air-Base in der Westpfalz ist für das Militär beim Einsatz im Nahen Osten ein wichtiges Drehkreuz.

Im Vorspann heisst es dann weiter:

Kaiserslautern. Die Air Base in Ramstein ist für die USA im Krieg gegen den Iran von strategischer Bedeutung. Seit Wochen starten und landen hier noch mehr Flieger als sonst. Eine Sprecherin verrät zumindest ein paar Details.

Das Dröhnen von schweren US-Flugzeugen ist für die Menschen in der Westpfalz Alltag. Regelmässig fliegen die Maschinen über Städte und Dörfer rund um Kaiserslautern. In den vergangenen Wochen haben sich die Aktivitäten aber erheblich intensiviert. Noch als Vertreter des Iran und der USA miteinander am Verhandlungstisch sassen, hoben immer mehr Flieger in Ramstein ab. Nach und nach schafften die USA Material in den Nahen Osten. Und Ramstein spielte und spielt, wie so häufig, eine wichtige Rolle.

Laut der Nachrichtenagentur Reuters wurden mindestens sieben US-Flugzeuge von Spanien nach Ramstein verlegt. Spanien hatte verkündet, nicht zu akzeptieren, dass Angriffe auf den Iran von seinem Hoheitsgebiet aus geflogen werden.

Immerhin, es gibt auch noch vernünftige Politiker in Europa. Die spanische Regierung lässt sich nicht zum tödlichen Handlanger der USA machen. Das ist bemerkenswert. So bemerkenswert übrigens wie eine andere Meldung, ebenfalls auf der ersten Seite der Rheinpfalz vom 3. März 2026. Die Überschrift lautet:

Der Papst gibt dem US-Präsidenten einen Korb – Pontifex reist nicht zum Jubiläum der Unabhängigkeitserklärung in die USA – Leo XIV. mit schwierigem Verhältnis zu Trump.

Donnerwetter. Die Vernunft erhält Schützenhilfe aus unerwarteter Ecke.

Albrecht Müller war Planungschef im Bundeskanzleramt unter Willy Brandt und Helmut Schmidt. 1987–1994 war er für die SPD Mitglied des Deutschen Bundestages.

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