Das Völkerrecht sieht zwei Fälle vor, in denen militärische Angriffe gerechtfertigt sind: Selbstverteidigung und ein Mandat des UN-Sicherheitsrates zur Wahrung des Weltfriedens.
Die USA haben nach dem Zweiten Weltkrieg allerdings ihre eigenen Kriterien eingeführt. Sie greifen auch an, wenn ein Verbündeter angegriffen wird oder sie um Hilfe bittet. Oder sie bezeichnen Angriffe als «humanitäre Intervention» und «Schutzmassnahme». Eine weitere Kategorie seit 2001 ist die «präventive Selbstverteidigung».
U.S. Army photo by Spc. Jensen Guillory
Mit diesem Argumentarium ausgestattet, haben die Vereinigten Staaten seit 1947 eine Reihe von militärischen Aktionen entfesselt.
In der Ära des Kalten Kriegs griffen die USA – abgesehen vom Vietnamkrieg – in Korea auf der Seite Südkoreas ein und unterstützten die Regierung in der Libanon-Krise militärisch. Aktiv waren sie im Bürgerkrieg in der Dominikanischen Republik und mit einer Invasion nach einem Militärputsch auf Grenada. Danach kamen die Luftangriffe auf Libyen und der Einsatz in Panama, um den Machthaber Noriega zu stürzen.
Nachdem der Eiserne Vorhang gefallen war, übernahmen die USA die Rolle des «Weltpolizisten». In der Operation «Desert Storm» ging es um die Befreiung Kuwaits nach der Invasion durch den Irak. Aktiv war das Land auch im Bürgerkrieg in Somalia und bei Luftangriffen der Nato gegen bosnisch-serbische Truppen. In Haiti diente eine militärische Intervention der Wiedereinsetzung des gewählten Präsidenten.
Nach 2001 war die Zeit des «Kriegs gegen den Terror» mit den Schauplätzen Afghanistan, Irak, Pakistan, Jemen, Somalia, Libyen, Syrien und Irak. Die jüngste Intervention gegen den Iran ist noch im Gang.
Das sind allerdings nur die bekannten Fälle des direkten militärischen Eingreifens mit Truppen oder Luftanschlägen. Was dazukommt: eine unbekannte Zahl von verdeckten Operationen der CIA wie beispielsweise in Guatemala oder Chile sowie die finanzielle und logistische Unterstützung von Rebellengruppen wie den Contras in Nicaragua.