Welch ein Glück, dass wir die russischen Energiefesseln gesprengt haben. Wir haben dem Kreml die Erpressungswaffe aus der Hand geschlagen.
Endlich unabhängig, endlich frei! Dafür hat Robert Habeck in Katar sogar einen tiefen Diener gemacht. Eine kleine Demütigung für grossen Lohn: Der Russe kann uns nicht mehr auf der Nase herumtanzen.
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Der nicht, aber der Emir.
Katar hat Europa mit dem Ende der Flüssiggaslieferungen gedroht. Dem autoritär herrschenden Emir passt das Lieferkettengesetz der EU nämlich nicht.
Es verpflichtet Unternehmen, entlang der Lieferkette auf Menschenrechte und Umweltschutz zu achten. Doch damit hapert es in Katar. Daher will der Emir nach weniger beckmesserischen Kunden Ausschau halten.
So sieht sie also aus, die energiepolitische Unabhängigkeit.
Ach ja, zur Erinnerung: Europas anderer LNG-Lieferant, die USA, hat im Präsidentschaftswahlkampf 2024 Exporte eingestellt. Sorry, aber Joe Biden war das aus innenpolitischen Gründen wichtig. Sie wissen schon: Hemd näher als Rock.
Ebenfalls zur Erinnerung: Weder die Sowjetunion noch Russland hat Gaslieferungen nach Europa in Jahrzehnten jemals als politische Waffe oder als Druckmittel eingesetzt. Die Geschäftsbeziehung, bekräftigt durch die Nord-Stream-Pipelines, war win-win für beide Seiten.
Die Bild-Zeitung berichtet übrigens, dass die Bundesregierung mit Katar an einer Lösung arbeite. Da darf man gespannt sein. Vielleicht macht diesmal Friedrich Merz den Diener.