Lisa Mazzone meldet sich gutgelaunt und mit Sportbrille aus Adelboden, um auf ihrem Insta-Account «Zukunftslust» zu verbreiten. Die Grünen-Präsidentin ruft auf, am 8. März die Klimafonds-Initiative ihrer Partei zu unterstützen, «damit es morgen noch Schnee gibt».
Fraktionschefin Aline Trede nimmt – «nach zwanzig Jahren» – ihr Snowboard aus dem Keller, um in Adelboden die Pisten unsicher zu machen. Ihre Botschaft für die anstehende Abstimmung: «Hol dir deine Zukunft zurück.» Der Schriftzug steht vor einem Winterbild.
Die «Logik» der grünen Wintersportoffensive: Wenn die Klimafonds-Initiative angenommen und mit jährlich vier bis acht Milliarden Franken die hiesige Wirtschaft dekarbonisiert wird, wird es endlich wieder Winter, wie er früher einmal war, mit weissen Weihnachten und weissen Sportferien.
Weil ausserhalb der Linken niemand mehr an diesen Klima-Mystizismus glaubt, versuchen die Grünen nun wenigstens nicht mehr so konsumfeindlich und spassfrei zu wirken. Offenbar haben sie gemerkt, dass man mit dem Weltuntergang der Stimmbevölkerung keine Perspektiven aufzeigen kann.
Ob die neue «Zukunftslust» der Grünen reicht, um den deutlichen Nein-Trend für die Klimafonds-Initiative zu stoppen? Authentisch wirkt der Sinneswandel nicht, nachdem man jahrelang den Ski- und Wintersport sowie den Tourismus in den Berggebieten schlechtgemacht hat. Mazzone hat mal über die Schneekanonen gesagt: «Eine Erfindung, die nicht nur Abbild der Absurdität unserer Konsumgesellschaft ist, sondern auch Energie und Wasser verschleisst.»