Da staunen die Österreicher: «Nur 0,2 Prozent – kaum Inflation in der Schweiz. Bei uns sind es 4 Prozent», schreibt die Kronen Zeitung. In Österreich könne man angesichts dieser Zahl «vor Neid erblassen», resümiert das Blatt. Seit Jahren ächzen unsere Nachbarn unter Preissteigerungen, die sie nicht loswerden.
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Interessanterweise wird in der Schweiz kaum diskutiert, weshalb die Eidgenossenschaft wirtschaftlich besser dasteht. Der wichtigste Grund: Die Schweiz hat eine eigene Währung – den Franken. Weil der Euro gegenüber dem Franken schwächer wurde, konnte die Schweiz günstiger aus dem Euro-Raum importieren. Die Inflation wurde dadurch gedämpft – sie wurde sozusagen durch den starken Franken kompensiert.
Wieder einmal zeigt sich, wie vorteilhaft es ist, wirtschaftspolitisch möglichst viele Freiräume zu bewahren. Doch leider steuert die Politik im Bundeshaus in eine andere Richtung: Mit dem EU-Paket sollen diese Spielräume eingeschränkt werden. Dabei zeigt die Geschichte des inflationsgeplagten Österreich deutlich: Unabhängigkeit zahlt sich aus.