Während Donald Trump das Ende der Klimakrise proklamiert, lanciert Brasiliens Lula-Regierung ein Komitee gegen den «Klimarassismus». Ihr Ziel ist dasselbe: Geld verdienen
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Während Donald Trump das Ende der Klimakrise proklamiert, lanciert Brasiliens Lula-Regierung ein Komitee gegen den «Klimarassismus». Ihr Ziel ist dasselbe: Geld verdienen

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Während Donald Trump das Ende der Klimakrise proklamiert, lanciert Brasiliens Lula-Regierung ein Komitee gegen den «Klimarassismus». Ihr Ziel ist dasselbe: Geld verdienen
Während Donald Trump das Ende der Klimakrise proklamiert, lanciert Brasiliens Lula-Regierung ein Komitee gegen den «Klimarassismus». Ihr Ziel ist dasselbe: Geld verdienen
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Das Klima ist nicht nur hinterhältig und unberechenbar, es lässt auch jegliche soziale Sensibilität vermissen. Wie die brasilianische Ministerin für Klimawandel (Marina Silva) kürzlich verlauten liess, haben Studien ergeben, dass Indigene und Schwarze viel mehr unter dem Klimawandel leiden als die tendenziell hellhäutigere Mittel- und Oberschicht. Sie hat deshalb in Kooperation mit der Ministerin für Rassengleichheit (Anielle Franco) und der Ministerin für indigene Völker (Sonia Guajajara) ein staatliches Komitee gegen den «Klimarassismus» ins Leben gerufen, mit dem schönen offiziellen Namen: «Comitê Nacional de Enfrentamento ao Racismo Ambiental e Climático».

Mark Schiefelbein/AP Photo/Keystone
US-Präsident Donald Trump trifft Brasiliens Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva am Rande des ASEAN-Gipfels in Kuala Lumpur, Malaysia, am 26. Oktober 2025.
Mark Schiefelbein/AP Photo/Keystone

Mit dieser Institution gegen den Klimarassismus erfüllt Brasiliens Regierung von Lula da Silva ein Versprechen, welches sie anlässlich der Weltklimakonferenz (COP30) vom letzten November in Belem abgegeben hatte. Zwar hat Brasilien seine Produktion von Erdöl in den letzten zehn Jahren um 40 % gesteigert, jene von Erdgas gar um 80 %. Mit 3,77 Millionen Barrel pro Tag fördert Brasilien mehr Erdöl als sein Nachbar Venezuela zu den besten Zeiten. Bis ins Jahr 2030 soll die Produktion auf 5,3 Millionen Barrel gesteigert werden, eine Zunahme um satte 40 %. Doch für den Sozialisten Lula da Silva kein Widerspruch: Für seinen Kreuzzug gegen den Klimawandel braucht er Geld, viel Geld. Lula betrachtet das Klima als einträgliches Geschäft. Für jeden Baum, der im Amazonas-Urwald nicht gefällt wird, so hat er im Wahlkampf versprochen, soll die Weltgemeinschaft bezahlen. Das Sparen kommt danach. Künftige Generationen müssen schliesslich auch noch etwas zu tun haben.

Welch ein Kontrast zu Präsident Donald Trump, der in einer seiner ersten Amtshandlungen im Januar 2025 die Mitgliedschaft der USA beim Weltklimarat cancelte und die Klimakrise für beendet erklärte. Letzte Woche strich die Trump-Administration sämtliche Massnahmen und Regulierungen, die Verbrenner-Motoren einschränken und die Elektromobilität fördern sollten. Doch wenn man genau hinschaut, sind die Differenzen zwischen Trump und Lula in der Klimafrage überwindbar. Beide bedienen die Bedürfnisse ihrer Wählerschaft: Lula kreiert für seine linke Klientel Jobs und Einkünfte in der Verwaltung, während Trump neue Geschäftsbereiche für Kapitalisten erschliesst.

Kein einziges Land auf dem amerikanischen Kontinent denkt auch nur im Traum daran, seine fossile Produktion einzuschränken. Im Gegenteil. Selbst Musterknabe Kanada hat die Förderung von Erdöl über das letzte Jahrzehnt um 35 % gesteigert und produziert mehr als Brasilien. Beim Erdgas legten die Kanadier im selben Zeitraum um 25 % zu. Selbstbeschränkung und Verzicht vertragen sich einfach schlecht mit dem amerikanischen Geist. Das überlässt man den Europäern. Die stehen ja darauf.

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