Die USA und der Iran haben kurzfristig eine zweiwöchige Waffenruhe vereinbart und damit den seit 38 Tagen laufenden Konflikt vorläufig gestoppt. US-Präsident Donald Trump erklärte auf seiner Plattform Truth Social: «Der Grund dafür ist, dass wir alle militärischen Ziele bereits erreicht und übertroffen haben und bei einem Abkommen über einen langfristigen Frieden mit dem Iran sehr weit sind.»
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Die Vereinbarung sieht vor, dass Teheran die Strasse von Hormus wieder für den Schiffsverkehr öffnet – allerdings eingeschränkt. Irans Aussenminister Abbas Araghtschi teilte mit, die Passage sei nur «in Kooperation mit den iranischen Streitkräften und unter Berücksichtigung technischer Beschränkungen» möglich. Damit rückt Washington von früheren Maximalforderungen ab, darunter die bedingungslose Kapitulation Irans und eine vollständige Öffnung der Meerenge.
Parallel dazu sollen am Freitag in Islamabad direkte Gespräche über eine dauerhafte Lösung beginnen. Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif sprach von Hoffnung auf einen nachhaltigen Frieden. Grundlage ist ein iranischer Zehn-Punkte-Plan, den Trump nun als «Arbeitsgrundlage» bezeichnet – nachdem er ihn zuvor verworfen hatte. Laut Berichten fordert Teheran unter anderem Sicherheitsgarantien, die Aufhebung von Sanktionen sowie weitreichende Zugeständnisse im regionalen Machtgefüge.
Die Verhandlungen stehen jedoch unter erheblichen Vorbehalten. Der iranische Sicherheitsrat erklärte gemäss staatlichen Medien, man führe Gespräche «bei vollständigem Misstrauen gegenüber der amerikanischen Seite». Gleichzeitig hiess es: «Unsere Finger bleiben am Abzug.» Washington weist einzelne zugeschriebene Zitate als «Fake News» zurück.
Unklar bleibt auch die Umsetzung vor Ort. Trotz Inkrafttreten der Waffenruhe wurden weitere Angriffe gemeldet. Beobachter verweisen auf Verzögerungen bei der Befehlsweitergabe innerhalb der iranischen Streitkräfte. Die Märkte reagierten unmittelbar: Der Ölpreis fiel deutlich, während US-Aktien zulegten.
Israel, indirekt betroffen, signalisierte Zustimmung, zeigte sich jedoch unzufrieden. Zudem bestehen Differenzen über die Einbeziehung des Libanon. Die Regierung von Israels Premier Benjamin Netanjahu teilte mit: «Die zweiwöchige Waffenruhe gilt nicht für den Libanon.»