Die Berliner Ukraine-Gespräche verliefen offenbar nicht so erfolgreich wie erwartet, sondern eher «zähflüssig». Dies berichtet das Wall Street Journal. Demnach forderten die USA eine rasche Einigung, inklusive eines Rückzugs der ukrainischen Armee aus Teilen des Donbass.
Selenskyj lehnte dies bislang ab und verlangte verbindliche Sicherheitsgarantien – insbesondere für den Fall, dass Moskau ein künftiges Abkommen brechen sollte. Auch eine mögliche Anerkennung russischer Gebietsgewinne sowie die Blockade des Nato-Beitritts standen im Raum.
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«Wir sprechen nicht über Ehrlichkeit, sondern über Macht», sagte Selenskyj vor Beginn der Gespräche. Die Ukraine habe «viel getan, um alle an den Tisch zu bringen», erwarte aber Zusagen, die über Lippenbekenntnisse hinausgingen. Er deutete an, dass über ein Referendum zur territorialen Integrität nachgedacht werde – denn laut ukrainischem Gesetz könne nur das Volk über Gebietsabtretungen entscheiden.
Die Verhandlungen in Berlin wurden auf Initiative des deutschen Kanzlers Friedrich Merz anberaumt. Zwar lobte US-Unterhändler Witkoff erste Fortschritte, doch ein informierter Teilnehmer sprach von «schwierigen Gesprächen» und mangelnder Kompromissbereitschaft auf amerikanischer Seite.